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Bengal

Gewicht Katze kg Ø4
Gewicht Kater kg Ø7
Katze haart viel
Bewegungsdranghoch
Geselligkeithoch
Lautstärkegering
Gesprächigkeitgering
Wohnungshaltung
HerkunftUSA
Allergiefreundlich

Bereits in der Antike wurden Katzen verehrt und geschätzt. Viele Katzenbesitzer schwören auf die beruhigende Atmosphäre und wohlig-warme Aura ihres Stubentigers. Katzen gehören heute zu den beliebtesten Haustieren. Die verschiedenen Katzenrassen unterscheiden sich jedoch in Körperbau und Wesen voneinander. Die Eigenheiten, den Charakter, mögliche Krankheiten und besondere Bedürfnisse einer Katze zu kennen, ist nicht nur für Züchter, sondern auch für potentielle Katzenbesitzer wichtig. Im Folgenden soll die Bengal genauer vorgestellt werden. Diese Katze besitzt immer noch das Herz eines Löwen und gehört zu den interessantesten und angesehensten Rassekatzen.

Geschichte & Herkunft der Katzenrasse

Die Bengal ist eine noch recht junge Rasse. Im Jahre 1963 fasste die US-Amerikanerin Jean Mill, zu der Zeit lautete ihr bürgerlicher Name Jean Sugden, den Entschluss eine Katze zu züchten, die in ihren äußeren Merkmalen an eine Wildkatze erinnern sollte. Dazu kreuzte sie Hauskatzen mit Wildkatzen. Mill besorgte sich als Muttertier eine der wertvollen asiatischen Bengalkatzen. Zu der Zeit war es noch deutlich einfacher solche Wildtiere zu bekommen. Der Vater der neuen Zucht war ein einfarbiger schwarzer Hauskater.

BengalDurch die fast identische Namensgebung werden die wilde Bengal Katze (Prionailurus bengalensis) und die neu gezüchtete Bengal leicht miteinander verwechselt. Die wilde Bengal Katze, auch als Leopardkatze bezeichnet, ist eine in Süd- und Ostasien beheimatete Wildkatze.

Seit dem Jahre 2002 wurde sie von der Weltnaturschutzunion, kurz IUCN, als nicht vom Aussterben bedroht eingestuft. Sie steht also nicht auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten und kommt in ihrem natürlichen Lebensraum recht häufig vor. Im Laufe der Zeit änderten sich jedoch die Bedingungen für die Bengal Katze.

Durch zunehmende Kultivierung und Rodung der Wälder kommt es zu stetigem Lebensraumverlust für viele Wildtierarten. Auch die Jagd auf Wildkatzen in diesen Gebieten erfreut sich großer Popularität. All das geschieht zum Nachteil für die Leopardkatze. Ihr schönes Fell wird dem Tier zum Verhängnis. In den Jahren 1984 bis 1989 wurden mehr als 200 000 Felle jedes Jahr exportiert. Als die Europäische Union den Import dieser Ware stoppte, wurde Japan jedoch zum neuen Hauptabnehmer. Auch als Nahrungsmittel und Hauskatze wird die Bengal Katze gejagt. Aktuelle Maßnahmen für den Artenschutz werden auf internationaler Ebene als unzureichend gewertet.

Da scheint es natürlich paradox, dass Mill auf eben diesem Wege an eine so exotische und im Endeffekt mittlerweile bedrohte Wildkatze gelangte. Unter den Bengal Kittens, die aus der Verpaarung mit dem schwarzen Hauskater entstanden, war ein besonderes Kätzchen. Dieses bekam den Namen „Kinkin“. Die Kleine wuchs wie eine reine Stubenkatze auf. Die neue Katzenrasse sollte zwar wie eine Wildkatze aussehen, sich aber wie ein Haustier verhalten. Kinkin selbst war aber noch eine „Halbwilde“. Mill entschied sich für eine Rückkreuzung mit dem Vater. Diese daraus entstandenen Bengal Kittens waren sehr hübsch und gepunktet.

Mill war ihrem Ziel einen großen Schritt näher gekommen, als sie ihre Zuchtversuche aufgrund des Todes ihres Ehemannes unterbrach. Im Jahre 1972 nahm sie ihre Experimente wieder auf. Dazu bekam sie vom kalifornischen Genetiker Dr. Willard Centerwall einige Hybridkatzen. Auch er versuchte die wilde Bengal Katze mit kurzhaarigen Hauskatzen zu verpaaren. Er tat dies im Zuge seiner Forschung über das Katzenvirus Feline Leukämie (FeLV). Jean Mill kreuzte im Verlauf der Zeit auch noch Orientalen und Abessinier Katzen mit in die Zuchtlinie ein.

In den 1980er Jahren war es nun endlich soweit und Mill konnte ihre selbsterschaffene Traumkatze im Zuge einer Ausstellung präsentieren. Es dauerte überhaupt nicht lange, bis diese neue Rasse anerkannt war. Bereits Ende der 80er Jahre kamen die ersten Bengals auch in die deutschen Katzenausstellungen.

Rasse-Standard

Die Bengal ist eine kleine bis mittelgroße Katzenrasse. Die Weibchen wiegen im Durchschnitt 4 Kilogramm, Männchen hingegen bringen ca 7 Kilogramm auf die Waage. Das Fell ist kurzhaarig und kommt in den Farben Braun, Grau und Weiß vor. Spezifische Farben werden im Zuchtjargon auch als Silver, Melanistic, Charcoal oder Snow bezeichnet. Bengalen in Melanistic sind zum Beispiel schwarz und ihre Fellzeichnung ist nur im Sonnenlicht richtig sichtbar.

Die Fellzeichnung der Bengal ist entweder gestromt, getupft oder trägt Rosetten. Tabby-Zeichnungen und zweifarbige Tupfen kommen sehr häufig vor. Das Tier soll auch in Bezug auf die Fellzeichnung so wenig wie möglich mit einer Hauskatze in Verbindung gebracht werden. Optisch erinnert dieses Tier tatsächlich sehr an die nah verwandte süd-ost-asiatische Wildkatze. Die Augen der Bengal kommen in den Farben Bernstein, Blau, Grün oder Zweifarbig vor.

Info: Es gibt erste Bestrebungen eine Bengal als Langhaar-Version zu züchten. Einige Katzenzucht-Vereine haben diese neue Katze bereits unter dem Namen Cashmere Pardino anerkannt. Sie ist mit der Bengal vollkommen identisch. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Cashmere Pardino langes Fell trägt.

BengalDie Bengal wird manchmal auch „Leopard Bengal“ oder „Leopardette“ genannt. Diese Katze ist wirklich sehr muskulös und kräftig. Der Körper des Tieres bleibt jedoch schlank. Die Bengal kann ausgesprochen gut springen, da sie sehr lange und starke Hinterbeine besitzt. Diese hat sie von ihren wilden Verwandten vererbt bekommen. Die Bengal hat einen runden Kopf. Dieser wirkt jedoch nicht zu schwer oder gar plump. Die Ohren liegen weit auseinander, sind zudem recht klein und an den Spitzen abgerundet. Besonders markant sind die Lidstriche, die sich entlang der Augenwinkel zur Seite hin ziehen. Diese machen die Bengal äußerlich wirklich zu einer exotischen Katze.

Das Fell der ausgewachsenen Bengal besitzt eine ausgesprochen gute Qualität. Es ist kurz, aber sehr dicht, unglaublich weich und seidig. Die jungen Bengal Kittens besitzen zu Beginn ein noch etwas gröberes Fell. Dies ändert sich allerdings schnell mit zunehmendem Wachstum. Das vermeidlich ‚hässliche’ Entlein wird also doch zu einem eleganten und schönen Schwan.

Der Pflegeaufwand für die Bengal wird als gering eingestuft. Sie haart nicht viel, aber ihr Bewegungsdrang ist hoch. In ihr schlummern immer noch die rohen Instinkte eines Raubtieres. Diese Katzenrasse gilt trotzdem als sehr gesellig. Die Tiere neigen auch zu Gesprächigkeit. Ihre Lautstärke ist aber normal.

Verbreitete Krankheiten unter der Katzenrasse

Die Bengal gilt als sehr starke und robuste Katze. Es ist jedoch aufgefallen, dass es bei einzelnen Tieren zu einer Felinen Infektiösen Peritonitis (FIP) kommen kann. Dies ist eine Infektionskrankheit. Die Bengal reagiert im Gegensatz zu den herkömmlichen Hauskatzen in manchen Fällen schlecht auf das typische Katzenfutter. Der Grund dafür ist eine erhöhte Bakterienempfindlichkeit bei diesen Tieren.

Tipp: Im Verlaufe der FIP kommt es dann zu einer Bauchfellentzündung. Diese wird häufig von den Symptomen einer Vergiftung, wie etwa Erbrechen, Fieber und Durchfall begleitet. Bei ersten Anzeichen sollte sofort ein Veterinär konsultiert werden.

Ansonsten sind die Standard-Impfungen zu empfehlen. Sollte die Bengal Auslauf haben, wird zudem noch zu einer Tollwut- und Leukose-Impfung geraten. Bei Auslauf sollte auch auf mögliche Ektoparasiten geachtet werden. Diese sind zum Beispiel Flöhe, Milben oder Zecken. Auch Endoparasiten können sich bei der Bengal einnisten. Der Einzeller Tritrichomonas foetus hält sich vornehmlich im Verdauungstrakt des Tieres auf und verursacht äußerst starken Durchfall. Diese Symptome werden auch Tritrichomonose genannt. Bei langwierigem Krankheitsverlauf können diese sogar tödlich enden. Bei Durchfall am besten sofort zum Tierarzt gehen. Tritrichomonose wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. Die Bengal dürfte danach bereits schnell wieder auf den Beinen sein.

Charakter & Wesen

Die Bengal ist eine sehr aktive, gesellige und intelligente Katze. Sie genießt den Kontakt zu Menschen sehr. Gerne folgt sie ihnen überall hin und läuft zwischen den Füßen umher und schaut, was der Besitzer so alles macht. Gerne kommentiert sie auch, wenn ihr etwas nicht passt oder sie einfach nur neugierig ist. Die Bengal kann durchaus gesprächig sein.

Die Bengal braucht aber auch sehr viel Platz. Ihr Faible fürs Springen macht sie nicht immer einfach für ihre Besitzer. Gerne klettert sie die Schränke und Türen hoch. Dieses Tier braucht viel körperliche Zuwendung und geistige Fürsorge. Bei zu wenig Aufmerksamkeit und Bewegungsmangel, kann die Bengal verhaltensauffällig werden.

Der Spieltrieb und die Lernwilligkeit der Bengal sind legendär. In manchen Punkten erinnert sie an einen Hund. Mit etwas Übung kann diese besondere Katze sogar erfolgreich apportieren. Mit der Bengal ist auf jeden Fall viel Spaß garantiert.

Es wird gesagt, dass eine Bengal mit der Fellfarbe Snow etwas sanfter und anhänglicher sein soll, als eine Bengal in Brown. Im Allgemeinen ist diese Rasse jedoch recht temperamentvoll.

Gerne schmust und schnurrt die Katze abends auf dem Schoss des Besitzers beim gemeinsamen Fernsehabend. Sie lässt sich ohne Probleme streicheln und stößt dabei manchmal katzentypische Geräusche aus. Auch Gurren kann die Bengal sehr gut.

Pflege & Haltung

Die Bengal ist anspruchsvoll. Diese Katzenrasse braucht unbedingt viel Platz. Ein Kratzbaum sollte auf jeden Fall vorhanden sein. Zudem darf die Wohnung nicht zu klein sein. Die Katze braucht ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und Spielecken.

Für einen Auslauf ist die Bengal sehr dankbar. Ob in Form eines Balkons, einer Terasse oder eines Gartens. Dieser kleine Leopard besitzt immer noch das Herz eines Löwen. Die ungestümen Instinkte sind noch aktiv. Im hohen Gras tarnt sich dieses Tier wie ihre wilden Vorfahren.

BengalManche Katzenbesitzer kennen die Situation, wenn die eigene Katze beim Gartenumgraben Jagd auf sie macht. Natürlich alles nur zum Spiel und zum Spaß. Diese Katze tobt und spielt für ihr Leben gern. Sie kann theoretisch als reine Wohnungskatze gehalten werden, braucht jedoch viel Raum zur Entfaltung. Am besten ist wirklich eine Auslaufmöglichkeit in der freien Natur. Diese Katze ist in vielerlei Hinsicht ein Wildtier. Sie möchte ihren Jagdtrieb ausleben können. Bereits die jungen Bengal Kittens zeigen eine hohe Aktivität.

Mit dem Platz allein ist es jedoch nicht getan. Die Bengal benötigt die besagte geistige Zuwendung. Alleine zu spielen ist langweilig. Bis ins hohe Alter zeigt die Katze einen erhöhten Spieltrieb. Dieses Tier freut sich über einen Spielkameraden auch in Form eines Artgenossen. Berufstätige sollten in Erwägung ziehen, eine zweite Katze als Gesellschaft für ihre Bengal anzuschaffen. Doch auch eine zweite Katze ersetzt die menschliche Fürsorge, die diese Katze braucht, nicht. Auch mit Kindern kommt dieses freundliche und liebevolle Tier gut zurecht. Sogar in Großfamilien kann die Bengal ihren Platz finden und glücklich werden.

Obwohl das Fell dieser Katze kurz ist, sollte es mindestens einmal in der Woche gebürstet werden. Der Besitzer kann das regelmäßige Bürsten als Gelegenheit nutzen, den geliebten Vierbeiner genauer unter die Lupe zu nehmen. Etwaige Krankheiten lassen sich auf diesem Weg erkennen. Zudem genießen viele Katzen das Bürsten als Teil der sozialen Interaktion zwischen ihnen und ihrem Besitzer. Da die Bengal sehr aufgeschlossen ist, sind Bürsten und Körperkontrolle für sie in der Regel kein Problem. Ein liebevoller Umgang mit diesem Tier markiert hierbei das A und O.

Für wen geeignet

Für Familien, insbesondere auch mit vielen Kindern, ist dieses Tier womöglich die beste Wahl. Wer sich eine aktive, liebevolle, intelligente, aufmerksame, lernwillige und kommunikative Katze wünscht, hat mit der Bengal womöglich einen Freund fürs Leben gefunden. Jedoch braucht dieses Tier viel Zeit und Aufmerksamkeit. Je mehr man dieser besonderen Katze an Liebe und Zuneigung zuteilwerden lässt, umso mehr gibt die Katze zurück. Sie trägt zu einer ausgeglichen, freudigen und wohligen Atmosphäre bei und ist schon bald ein festes Familienmitglied geworden. Für Menschen, die viel und regelmäßig in den Urlaub fahren, ist diese Katze jedoch nicht zu empfehlen. Die Bengal wünscht sich einen festen Freund und Partner, an den sie sich jederzeit anschmiegen kann.

Für Allergiker ist diese Katze z.T. auch geeignet.Die Bengal produziert zumindest weniger Allergene als viele andere Katzenrassen . Es bestehen also eine gute Chancen, dass Allergiker nicht so stark oder gar nicht darauf reagieren.

Tipp: Führen Sie vor der Anschaffung der jeweiligen Katze einen Allergietest mit Proben von ihr durch. Nur dies gibt Ihnen ein hohes Maß an Sicherheit, falls Sie oder andere Personen im Haushalt eine Katzenallergie besitzen.

Schon gewusst?

Kaum zu glauben, aber die Bengal liebt Wasser. Ihre Faszination für das feuchte Element geht so weit, dass sogar Planschbecken, Badewannen und Aquarien nicht vor diesem Stubentiger sicher sind. Wer hätte sich schon vorstellen können gemeinsam mit seiner Katze in der Wanne zu liegen? Seien Sie aber vorsichtig mit Badezusätzen und Shampoo. Durch das tägliche Felllecken gelangen alle Stoffe auf dem Fell der Katze in ihre Verdauung. Auch Aquarien sollten gut gesichert sein. Die Neugier der Bengal ist legendär. Ansonsten können Sie Ihrem Liebling gerne eine Planschgelegenheit in Ihrem Garten aufstellen. Die Leidenschaft für Wasser erbte die Bengal von ihren wilden Vorfahren. Auch der Tiger ist bekanntlich ein guter und schneller Schwimmer.

Ein weiterer interessanter Fakt ist, dass die ersten männlichen Nachkommen von Jean Mills anfänglichen Zuchtversuchen unfruchtbar waren. Nach der Verpaarung von Wildkatze mit Hauskatze konnte also vorerst nur mit den weiblichen Kätzchen weitergezüchtet werden. Aus diesem Grund kreuzte Mill im Endeffekt männliche Abessinier und Orientalen mit in die Zuchtlinie ein. Mit der Zeit sollen sogar Ägyptisch Mau und American Shorthair dazugekommen sein. Erst nach mehreren Generationen der Verpaarung waren die daraus entstandenen Kater wieder fruchtbar.


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