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Chartreux

Gewicht Katze kg Ø4
Gewicht Kater kg Ø6,5
Katze haart viel
Bewegungsdranggering
Geselligkeithoch
Lautstärkegering
Gesprächigkeitgering
Wohnungshaltung
HerkunftFrankreich
Allergiefreundlich

Chartreux – liebevolle Wegbegleiter, designed by nature

Blauer Puma, schöne Französin, Hundskatze – die Namen, die Chartreux-Fans ihrer Lieblingskatzenrasse im Laufe der Zeit gaben, spiegeln den mystischen Eindruck, den das Äußere der Chartreux beim Betrachter weckt. Ihr Markenzeichen sind ihre hell leuchtenden Augen im graublauen Fell. Ihre lange, ungeklärte Geschichte regt zum Träumen an.

Vom orientalischen Raubtier zur französischen Schönheitskönigin – die lange Reise der Chartreux

Um die Geschichte der blauen Schönheiten ranken sich einige mystische Darstellungen. Die meisten Quellen sind sich einig darüber, dass die Katzen ihren genetischen Ursprung im mittleren Orient haben, irgendwo im Gebirge zwischen Syrien und der Türkei. Vor allem das für die Rasse typische dichte, wollige Unterfell und die kräftige Statur kennzeichnen eine Herkunft in kalten, unwirtlichen Bergregionen.
Um das dreizehnte Jahrhundert herum soll, die Chartreux mit Kreuzrittern und Händlern ihren Weg nach Europa gefunden haben. Zwar wurde sie als geschickter Mäusefänger geschätzt, hauptsächlich aber wegen ihres unvergleichlichen Pelzes verfolgt.

Die ältesten Aufzeichnungen über die Chartreux stammen aus französischen Dokumenten des sechzehnten Jahrhunderts. Die erste Zucht entstand um 1920 auf der Insel Belle-Île, geführt von den Schwestern Suzanne und Christine Léger.

Im Laufe des Zweiten Weltkrieges wurde der Bestand der blauen Katzen stark dezimiert. Um Gendefekte durch Inzucht zu vermeiden, waren Kreuzungen mit British Kurzhaar und vereinzelt Perserkatzen unvermeidlich. Die zunehmende Ähnlichkeit zur British Kurzhaar hatte zur Folge, dass der Katzenverband FIFe 1970 beschloss, die Chartreux kurzerhand einzugemeinden. Erst 1977 gelang es Jean Simonnets, dem Präsidenten des Club Du Chats Des Chartreux, die FIFe davon zu überzeugen, die Chartreux erneut als eigene Rasse anzuerkennen.

Tipp: In Frankreich, Belgien und den Niederlanden gelang die Zucht ohne Einkreuzung anderer Rassen, weshalb die dortigen Exemplare die reinsten Rassenmerkmale tragen.

Die Namensherkunft ist ebenfalls strittig und hat teilweise mystische Anklänge. Einerseits gilt die Ähnlichkeit der Fellfarbe zu den in Frankreich ansässigen Kartäuser-Mönchen als namensgebend. Andererseits wird gemunkelt, eben jene Mönche hätten einige wild lebende Katzenpopulationen gefüttert, damit die begnadeten Mäusefänger die Schädlinge aus ihren Lagerhäusern fernhielten. Darin wurden unter anderem die Zutaten des berühmten Chartreuse-Likörs aufbewahrt, den die Mönche zum Dank mit den Katzen geteilt haben sollen.

Keine Kompromisse! Die strengen Standards der Chartreux

Der Körperbau der Chartreux ist von mittelgroßer Statur. Katzen erreichen ein durchschnittliches Gewicht von vier Kilogramm, Kater werden etwa sechs bis sieben Kilogramm schwer.

katze ChartreuxDie Brust ist gut entwickelt, die Beine sind mittellang, kräftig bemuskelt und mit großen Pfoten versehen. Der Schwanz ist ebenfalls mittellang, dünn auslaufend und deutlich gerundet.

Das Erscheinungsbild der Katzen ist insgesamt muskulös und eher stämmig mit einem schweren Knochenbau, weshalb die Chartreux von ihren Fans liebevoll „Kartoffel auf Zahnstochern“ genannt wird.
Der Geschlechterunterschied sticht bei der Chartreux heraus: Katzen sind wesentlich kleiner, schmaler, ihre Backen weniger ausgeprägt. Kater wirken deutlich stämmiger und im Vergleich zu ihrer Körpergröße ausgesprochen kräftig.

Der Kopf ist trapezförmig, an der Basis breit, oben schmal, vor allem beim Kater mit gut entwickelten Backen. Der Schädel ist nicht gewölbt, der Zwischenraum zwischen den Ohren schmal und flach. Die Nase ist breit und gerade. Das Zusammenspiel der für die Chartreux typischen Kopfeigenschaften erinnert an ein stetig freundliches, aufmerksames Lächeln. Die Ohren der Chartreux sind mittelgroß.

Sie sitzen hoch am Schädel und biegen sich leicht nach außen. Die Augen sind beim Kitten blau und verfärben sich im Wachstum ins Kupferbraune bis Bernsteingelbe. Die Farbe kann entsprechend der jeweiligen Stimmung, des Alters und der Tageszeit variieren. Die Form der Augen ist eher mandelförmig als rund, an den äußeren Enden leicht nach oben gezogen. Auffallend ist die Größe der Augen im Vergleich zum Gesicht und ihr intensiver, fast magischer Ausdruck.

Das Fell ist kurz bis mittellang, vor allem das Unterfell ist in seiner Struktur eher wollig. Bei der Fellfarbe gibt es kaum Kompromisse: Das Spektrum reicht von hellem bis dunklem blaugrau, Farbvarianten oder Zeichnungen im Fell gibt es keine. Bei der Zucht wird eine helle Fellfärbung bevorzugt.
Nasenspiegel und Fußballen sind ebenfalls blaugrau.

Die Chartreux trägt unter Züchtern den Zusatz „designed by nature“. Als naturbelassene Katze ist das anerkannte Zuchtziel, die Rassemerkmale zu erhalten. Kreuzungen – auch solche mit anderen blauen Katzen – sind unerwünscht.

Entsprechend werden folgende Merkmale als Fehler eingestuft:

  • ein grünlicher Farbton der Augen
  • eine wässrige Augenfarbe
  • eine nach oben gewölbte Nase oder Stupsnase
  • weiße Haare
  • Schattierungen oder Geisterzeichnungen im Fell
  • ein bräunlicher oder rötlicher Schimmer im Fell
  • ein allzu deutlicher Unterschied zwischen Deckhaar und Unterfell
  • sonstige Merkmale im Körperbau, die von den oben genannten abweichen.

Zähe Überlebenskünstler

Die Chartreux gilt als äußerst robust und kann bei guter Haltung und Pflege bis zu zwanzig Jahre und sogar noch älter werden. Auch sind bislang keinerlei Gendefekte der Rasse bekannt.
Es besteht einzig eine gewisse Anfälligkeit für Übergewicht, da der Bewegungsdrang der Chartreux eher mäßig ausgeprägt ist, der Appetit dafür umso deutlicher.

Harmonieliebende Aristokraten

katze ChartreuxDie blauen Franzosen gelten als ruhige, ausgeglichene Wesen. Sie äußern sich leise und selten, mehr gurrend als miauend. In einem unaufgeregten Umfeld sind sie friedliche, fast aristokratische Zeitgenossen, die auch fremde Menschen oder andere Tiere in ihrem Revier freundlich dulden. Die Rassekatzen sind auffallend anhänglich. Vor allem Kater entpuppen sich häufig als ständige Begleiter „ihrer“ Menschen. Sie folgen ihnen von Zimmer zu Zimmer und nehmen aufmerksam Anteil am Tagesgeschehen. Auch Schmuseeinheiten weiß eine Chartreux sehr zu schätzen, wenngleich sie diese nie in aufdringlicher Weise einfordern würde.

Sie nimmt gerne die Rolle des unbeteiligten Beobachters ein und kann sich stundenlang mit dem Blick aus dem Fenster beschäftigen, hat aber auch den Ruf, gerne selbst zur Schau gestellt zu werden.

Tipp: Der ihr nachgesagten Intelligenz entsprechend, lernt sie bei einer guten Beziehung zum Menschen freudig Kunststücke und lässt sich sogar an der Leine führen.

Selbstständige Mitbewohner für aufmerksame Katzenliebhaber

Angehende Besitzer einer Chartreux sollten einen geregelten Alltag haben und ihrer Katze mit viel Respekt und liebevoller Aufmerksamkeit begegnen – dann kann eine Chartreux sogar als Wohnungskatze gehalten und tagsüber allein gelassen werden. Der Pflegeaufwand ist gering. Die Katze haart zwar viel, dies lässt sich aber durch wöchentliches Bürsten in den Griff bekommen. Preislich liegt die Chartreux durchschnittlich bei 500 bis 1000 Euro. Für Allergiker ist die Chartreux leider nicht geeignet.

Eine Rasse mit vielen Namen

Die Chartreux hat sich einige sprechende Kosenamen verdient.
„La chat de chien“, zu deutsch: Die „Hundskatze“, wird sie aufgrund ihres anhänglichen Charakters, der Liebe zu ihren Menschen und ihrer freudigen Gelehrigkeit genannt.

Den Zusatz „blauer Puma“ erhielt sie durch ihre naturbelassene, elegante und doch kräftige Statur, die ihr etwas Mystisches, im Vergleich zu typischen Hauskatzen eher wildes verleiht.

Die Bezeichnung „la belle française“ hebt ihre atemberaubende Schönheit hervor, die ihr seit Jahren Film- und Werbeauftritte garantiert. Neben Charles de Gaulle und der französischen Schriftstellerein Sidonie-Gabrielle Colette sind schon viele Menschen dem Anblick ihrer magisch leuchtenden Augen im dämmerungsgrauen Fell erlegen.


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