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Maine Coon

Gewicht Katze kg Ø5
Gewicht Kater kg Ø8
Katze haart viel
Bewegungsdranghoch
Geselligkeithoch
Lautstärkegering
Gesprächigkeitgering
Wohnungshaltung
HerkunftUSA
Allergiefreundlich


Die Maine Coon – eine sanfte Riesin

Die Rassekatze Maine Coon gehört zu den ältesten Katzenrassen, die in Nordamerika natürlich vorkommen. In den USA wird diese besonders große Rassekatze auch als „gentle giant“ (sanfter Riese) bezeichnet. Wegen ihrer Intelligenz und des ausgeprägten Spieltriebs erinnert die Maine Coon an einen Hund und hat den Beinamen „Hundskatze“. Trotz ihres langen Fells gehört die Maine Coon zu den Halblanghaarkatzen. Die Rassekatze kann eine Gesamtlänge von bis zu 120 cm und eine Schulterhöhe von bis zu 40 cm erreichen. Maine Coon Kater können 5,5 kg bis 9 kg schwer werden, während Maine Coon Katzen ein Gewicht von 4,0 kg bis 6,5 kg erreichen.

Die Entstehung der Rassekatze Maine Coon

Maine-coonDer Name der Maine Coon setzt sich aus dem Bundesstaat Maine im Nordosten Amerikas und der englischen Bezeichnung „Racoon“ (Waschbär) zusammen. Über die Entstehungsgeschichte der Rassekatze Maine Coon gibt es unzählige Theorien und Mythen. Die tatsächliche Herkunft dieser Rassekatze ist jedoch weitgehend unbekannt und die Geschichten sind historisch nicht belegt.

Die häufigste Behauptung ist, dass die Maine Coon würde optisch einem Waschbären ähneln und sei mit ihm verwandt. Allerdings ist die Verpaarung einer Hauskatze mit einem Waschbären genetisch nicht möglich.

Wahrscheinlich und wesentlich realistischer ist hingegen die Behauptung, die Maine Coon sei mit der Norwegischen Waldkatze verwandt, die sich optisch auch ähneln. So wird vermutet, dass Wikinger 1000 v. Chr. bereits eine Norwegische Waldkatze mit nach Amerika brachten.

Eine weitere Theorie ist, dass im 19. Jahrhundert Seeleute und Einwanderer ihre Hauskatzen auf dem Schiff mit nach Amerika brachten. Diese haben sich dann an Land mit einheimischen Katzen verpaart. So soll Captain Thomas Coon mit seinem Schiff oft in der Hafenstadt Maine angelegt haben und wurde auf Landgängen von seinem langhaarigen Kater begleitet.

Ebenfalls nicht beleg- oder beweisbar ist, dass Captain Samuel Clough gegen Ende der Französischen Revolution die königliche Familie und deren Besitztümer „retten“ wollte. Er soll nicht nur Schmuck und Mobiliar, sondern auch Marie Antoinettes geliebte Langhaarkatzen nach Amerika geschmuggelt haben. In der Katzenliteratur ist 1861 erstmals eine Beschreibung der schwarz-weißen Maine Coon „Captain Jenks of the Horse Marines“ zu finden.

Bereits bei der Madison Square Garden Show in Jahre 1895 gewann die brown-tabby Maine Coon „Cosie“ den Titel „Best Cat“. Anfang 1900 verlor die Rassekatze Maine Coon an Popularität, da zu der Zeit in Amerika das Interesse an Perserkatzen größer war, was sich ab 1950 aber wieder änderte.

In Amerika gründete sich 1968 die MCBFA (Maine Coon Breeders and Franciers Association) mit dem Zweck, die Maine Coon als Rassekatze anerkennen zu lassen. Die Zucht dieser Rassekatze basiert auf einer extrem kleinen, genetischen Basis. Lediglich fünf Katzen wurden aus der „natürlichen“ Katzenpopulation ausgewählt, um die Zucht dieser neuer, genetisch abgeschlossener Katzenrasse zu begründen. Die Auswahl der Tiere erfolgte nach äußeren Kriterien aufgrund ihres Aussehens. Heute nennt man diese Tiere auch „Foundation-Tiere“. Es gibt keine Maine Coon, die in ihrem Stammbaum nicht auf eine dieser fünf Foundationkatzen verweisen kann.

Welche Rassestandards gibt es für die Maine Coon?

Seit 1980 ist die Maine Coon in allen Zuchtvereinen und Dachverbänden als Rassekatze anerkannt. Von der FIFe wurde sie 1983 anerkannt, deren Rassestandards nachstehend aufgeführt sind:

  • Die Maine Coon ist eine großformatige Rassekatze mit einem kantigen Kopf von mittlerer Größe.
  • Die Stirn ist sanft gebogen und die Wangenknochen hochstehend hervorgehoben.
  • Nase und Gesicht sind mittellang und die Schnauze hat einen kantigen Umriss.
  • Der Übergang zwischen Wangenknochen und Schnauze ist deutlich fühlbar.
  • Das Kinn ist fest und bildet eine senkrechte Linie mit der Nase und der Oberlippe.
  • Das Profil der Maine Coon hat eine sanfte, konkave Neigung.
  • Die großen Ohren sind am Ansatz breit und mäßig spitz zulaufend.
  • Die Ohren sitzen am Kopf hochstehend, mit einer leichten Neigung nach außen.
  • Der Abstand der Ohren sollte einer Ohrbreite entsprechen.
  • Sogenannte Luchspinselchen sind erwünscht, die als Haarbüschel in den Ohren über den äußeren Ohrenrand herausragen.
  • Die Augen sind groß, leicht oval und nicht mandelförmig. Sie stehen weit auseinander und der Ansatz ist leicht schräg gesetzt und sie zeigen in Richtung äußerem Ohransatz.
  • Als Augenfarbe ist jede Farbe erlaubt, die klar ist.
  • Eine Verbindung zwischen Augen- und Fellfarbe besteht nicht.
  • Der lange Körper weist einen starken Knochenbau, einen breiten Brustkorb und eine harte Muskulatur auf. Männliche Maine Coon haben zudem einen starken, muskulösen Nacken.
  • Um ein rechteckiges Aussehen zu vermitteln, befinden sich alle Körperteile mit dem Körper im Gleichgewicht.
  • Die Beine sind kräftig und von mittlerer Länge und bilden mit dem Körper ein Rechteck.
  • Die großen Pfoten sind rund und haben zwischen den Zehen Fellbüschel.
  • Der Schwanz entspricht mindestens der Körperlänge vom Schulterblatt bis zum Ansatz des Schwanzes. Er ist im Ansatz breit, bis zum Schwanzende spitz zulaufend. Das Schwanzhaar ist voll und lang wehend.
  • An Kopf, Schultern und Beinen ist es kurz und wird entlang des Rückens sowie an den Seiten nach hinten hin allmählich länger.
  • Am Bauch ist das Fell strähnig. Das Fell ist standfest und fällt glatt. Die feine Unterwolle ist weich und von dem groben und glatten Deckhaar bedeckt. Das Fell ist dicht und für jedes Wetter geeignet.
  • Es sind alle Farbvarianten inklusive weißer Farbvarianten erlaubt. Ausnahme sind Abzeichen (pointed) und Farben wie chocolate und lia sowie cinnamon und fawn.
  • Als Fehler gelten Abweichungen von den Rassestandards wie zum Beispiel unharmonische Proportionen, ein runder Kopf oder ein Break der Nase.
  • Ein hervorstehendes Schnurrhaarkissen, ein fliehendes Kinn, mandelförmige Augen, lange staksige Beine oder ein kurzer Schwanz gelten ebenfalls als Fehler.

Welche Krankheiten können bei der Maine Coon auftreten?

Die Maine Coon ist in der Regel eine gesunde und kräftige Rassekatze, die normalerweise nicht krankheitsanfällig ist. Wie bei allen Katzenrassen gibt es hier relevante Krankheiten, wobei nicht alle verbreitet sind und einige ausgesprochen selten auftreten.

Tipp: Vielen Maine Coon Züchtern ist es wichtig, ihre Katzen auf diese Krankheiten zu testen, um eine unerkannte Verbreitung zu vermeiden. Auch extreme Inzucht begünstigt eine Immunschwäche und allgemeine Kränklichkeiten.

Polydaktylie

Maine-coonIn den Zuchtanfängen gab es vermehrt polydaktyle Maine Coons. Diese besaßen überzählige Zehen an den Vorder- und Hinterpfoten, was heute ausgesprochen selten vorkommt.

Gemäß Rassestandards ist die Zucht mit ihnen erlaubt, in Deutschland gemäß Tierschutzgesetz allerdings verboten. Für Katzenausstellungen sind diese Rassekatzen nicht zugelassen.

Hypertrophe Cardiomyopathie (HCM)

Hierbei handelt es sich um eine vererbbare, tödlich endende Herzerkrankung. Die Herzwand wird nach innen immer dicker, wodurch sich das Volumen im Herzen verkleinert. Die Krankheit ist nicht heilbar, lässt sich aber unter Umständen mit der Einnahme von täglichen Tabletten aufhalten. Ein Nachweis ist über Ultraschall mit einem Farbdoppler möglich. Der Tierarzt berät Sie hier.

Hüftgelenkdisplasie (HP)

Hierbei handelt es sich um eine genetisch bedingte Hüftgelenkserkrankung. Der Oberschenkelkopf passt nicht richtig in die entsprechende Hüftpfanne, was zur Artrose führen kann und Schmerzen bereitet. Ohne Röntgenaufnahme ist der Zustand der Hüften nicht beurteilbar. Zwar sollten an HP erkrankte Rassekatzen für die Zucht nicht eingesetzt werden, aber die Krankheit wird höchstwahrscheinlich polygenetisch durch mehrere Gene vererbt.

Polycystic Kidnex Disease (PKD)

Hierbei handelt es sich um eine genetisch bedingte Nierenerkrankung. Bereits in jungen Jahren bilden sich an der Niere Zysten. Ab einer gewissen Anzahl und Größe der Zysten arbeitet die Niere nicht mehr richtig, was zu einem Nierenversagen führen kann. Die Krankheit wird dominant bereits durch ein Elterntier an die Maine Coon Kittens vererbt. Ab einem Alter von 10 Monaten kann die Niere per Ultraschall regelmäßig untersucht werden. Erkrankte Tiere sollten zur Zucht nicht zugelassen werden.

Patella Luxation (PL)

Hierbei handelt es sich um eine Kniescheibenverschiebung, die gelegentlich bei Katzen auftritt. Die Verschiebung aus der Fassung ist durch äußere Einwirkung oder von alleine möglich, was zum Humpeln der Rassekatze führt. Abhängig von jeweiligen Schweregrad kann die Kniescheibe auch von alleine wieder zurückspringen oder muss manuell zurück in die Fassung geschoben werden.

Spinale Muskeltrophie (SMA)

Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung der Nervenzellen. Sie macht sich meist mit 3-4 Monaten durch Muskelschwäche und –schwund bemerkbar. Optisch sichtbar ist die Erkrankung meist durch eine Schwäche der Hinterläufe. SMA ist rezessiv vererbbar und bricht nur aus, wenn beide Elternteile bereits erkrankt sind. Ein entsprechender Gentest ist möglich.

Pyruvatkinase-Mangel (PK def.)

Hierbei handelt es sich um eine Krankheit, die aufgrund der verkürzten Lebensdauer der roten Blutkörperchen zu einer Blutarmut (Anämie) führt. Da es für eine Anämie viele Ursachen geben kann, sollte ein PK-Mangel in Betracht gezogen und getestet werden.

Wesen und Charakter der Maine Coon

Die sanfte und gutmütige Maine Coon ist eine ausgesprochen gesellige Rassekatze. Sie ist sehr verspielt und intelligent. Bis ins hohe Alter jagt die Rassekatze am liebsten kleine Dinge am Boden und liebt das interaktive Spiel mit ihrem Besitzer.

Als Spätentwickler ist sie oft erst im Alter von drei Jahren erwachsen. Die Maine Coon ist sehr menschenorientiert, ohne aufdringlich zu sein.

Sie begleitet ihren Besitzer gerne durch das Haus oder die Wohnung. Die Rassekatze lässt sich gut erziehen und liebt Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten.

Tipp: Mit etwas Anleitung wird die Maine Coon schnell und ohne Probleme stubenrein. Sie ist nicht nur lebhaft, sondern auch einfallsreich und geschickt. Gerne versteckt sie Dinge, oder ist auch in der Lage zu apportieren.

Die Maine Coon liebt Wasser und kann mit ihren Pfoten den Wassernapf leer schaufeln oder sogar die Tür oder den Wasserhahn öffnen. Auch das Futter nimmt sie liebend gerne mit den Pfoten auf. Die leise, eher piepsige Stimme der Maine Coon passt eigentlich nicht so recht zum großen Körper. Die Rassekatze maunzt nicht nur, sondern kann auch trillernde oder gurrende Laute von sich geben. Mit zirpenden Lauten kann sie Widerworte oder Unbehagen äußern. Gegenüber Artgenossen verhält sich die Maine Coon meist sozial und akzeptiert sogar Hunde, wenn sie in jungen Jahren aneinander gewöhnt wurden.

Aggressives Verhalten ist der Rassekatze praktisch fremd und selbst Kinder stellen für sie kein Problem dar.

Die richtige Haltung & Pflege der Maine Coon

Die Rassekatze kann sowohl als reine Wohnungskatze mit einem katzensicheren Balkon bzw. Terrasse, als auch als Freigänger gehalten werden, da sie sehr robust ist. Sie besitzt ein wasserabweisendes Fell und kommt nach einem Regen nicht als zu stark verdreckt nach Hause. Entsprechend ihrer Größe benötigt diese Rassekatze viel Platz, um ihrem ausgeprägten Spieltrieb gerecht zu werden.

Ausreichend Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten sowie ein großer, stabiler Kratzbaum zum Klettern, Springen und Liegen sind ein absolutes Muss. Die Maine Coon liebt erhöhte Aussichts- und Schlafplätze und klettert gerne. Für Berufstätige empfiehlt sich die Anschaffung eines weiteren Artgenossen, damit keine Langeweile entsteht. Das Fell der Maine Coon lässt sich leicht pflegen, denn die Rassekatze hat keine allzu dicke Unterwolle und ein halblanges Deckhaar.

Ein- bis zweimal pro Woche sollte das Fell gebürstet werden, bei Fellwechsel sogar täglich. Mit etwas Geduld und Geschick wird die regelmäßige Fellpflege sogar zu einem Ritual und fördert die soziale Bindung zwischen Maine Coon und Besitzer. Auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist bei der Rassekatze zu achten.

Tipp: Im Alter von 5-10 Jahren empfiehlt es sich, die Ernährung auf kalorienarme Kost umzustellen, spätestens jedoch, wenn sich erste Anzeichen von Übergewicht zeigen. Auch Wasser sollte immer frisch und ausreichend zur Verfügung gestellt werden.

Für wen ist die Maine Coon geeignet?

Die Maine Coon ist für die reine Wohnungshaltung gut geeignet. Die sehr gesellige Katzenrasse passt optimal in große und aktive Familien mit Kindern. Sie fühlt sich am wohlsten, wenn die menschliche Familie viel Zeit zum Spielen aufbringen kann oder ein Artgenosse vorhanden ist.

Auch Hunde stellen für die Maine Coon kein Problem dar, wenn sie früh daran gewöhnt ist.

Tipp: Dieser Rassekatze sagt man nach, dass sie besonders für Allergiker geeignet sei. Ihr fehlt ein bestimmtes, Allergie auslösendes Speichelenzym bzw. dieses soll nur in geringen Mengen vorhanden sein. Möchte man eine Maine Coon kaufen, empfiehlt es sich, vor der Anschaffung der Rassekatze einen entsprechenden Allergietest durchführen zu lassen. So kann eine Allergie ausgeschlossen und eine mögliche Rückgabe der Maine Coon an den Züchter vermieden werden.

Wenn man eine Maine Coon kaufen möchte

Man sollte diese Rassekatze nur bei einem seriösen Maine Coon Züchter kaufen, der einem Züchterverband angehört und die Rassestandards einhält. Besteht kein eigenes Interesse an der Zucht von Maine Coons, können bei den Rassestandards durchaus auch Abstriche gemacht werden, oder man entscheidet sich für einen Maine Coon-Mix. Man sollte niemals Maine Coon Kittens kaufen, ohne sich ein Bild davon gemacht zu haben, in welchen Verhältnissen sie aufgewachsen ist.

Wichtig ist auch, ob eine enge soziale Bindung zum Maine Coon Züchter besteht. Die Rassekatzen des Züchters sollten in einem gepflegten und sauberen Zustand sein und keine Anzeichen von Krankheit aufweisen. Hinweise für eine Erkrankung sind zum Beispiel ein geschwächt wirkendes Tier oder ein stumpfes Fell. Um eine extreme Inzucht auszuschließen, darf im Stammbaum der Maine Coon kein Vorfahre doppelt vorkommen. Im Stammbaum sollte es auch keine andere Katzenrasse oder Lücken mit unbekannten Vorfahren geben. Des Weiteren sollten die Elterntiere auf mögliche genetisch bedingte Krankheiten negativ getestet sein.

Tipp: Maine Coon Kittens sollten bei der Abgabe an die neue Familie mindestens 12 Wochen alt und bereits entwurmt, geimpft und gechipt sein.

Schon gewusst?

2012 schaffte es die Maine Coon „Hank the Cat“ aus Springfield beinahe als parteiloser Kandidat in den Senat des amerikanischen Bundesstaates Virginia. Die Maine Coon erreichte mit 7.319 Stimmen den dritten Platz. Ursprünglich war die Kandidatur als Scherz gedacht, um die Aufmerksamkeit stärker auf die Rechte der Tiere zu lenken. Durch die internationalen Berichterstattungen wurden schließlich 60.000 Dollar für verschiedene Tierschutzaktionen gesammelt.


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