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Clickertraining – Erlerntes Verhalten festigen (Teil 6)

Deine Katze ist bereits ein Profi. Keine Frage. Der Stolz ist deshalb ganz berechtigt, denn bei der Entstehung der Tricks handelt es sich um keinen faulen Zauber, sondern um fundierte Trainingseinheiten, die aufeinander aufbauen. Hat sich der intelligente Schmusetiger verbale und nonverbale Signale eingeprägt, kann es jetzt einen Schritt weitergehen mit dem Capturing (Einfangen).

Die Welt der Katzentrainer darf hier aufatmen, mit komplizierten Trainingsschritten müssen sie nämlich nicht rechnen. Das Gegenteil ist der Fall. Mit der einfachen Technik fängst Du natürliche Verhaltensweisen Deiner Katze ein. Wie Du das machst, zeigen wir Dir hier.

Capturing als Trainingseinheit

Was sind natürliche Verhaltensweisen? Die Katze zeigt bestimmte Bewegungen, die sie von sich aus anbietet, ohne dass sie darauf konditioniert worden ist. Dazu gehören Handlungen wie beispielsweise Sitzen, Hinlegen, Gähnen oder Miauen. Die Bandbreite an natürlichen Aktionen ist groß. Du kannst Dir etwas auswählen, was Du besonders süß oder nützlich findest.

Nicht immer hat der Katzenfreund Zeit für die Katze, manchmal muss die Arbeit am PC im eigenen Heim nachgeholt werden. Gerne bewegen sich die schmusewilligen Samtpfoten dann schmeichlerisch fort, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Übertreibt es der menschliche Mitbewohner mit seiner Computerarbeit, setzt sich die Katze gerne auch mal auf die Tastatur.

Sinnvoll ist es, dieses Verhalten erst gar nicht zuzulassen. Das Sitzen ist zwar eine natürliche Verhaltensweise, aber in diesem Moment wäre es eine Handlung an einer nicht erwünschten Stelle. Nützlich wäre es, der Katze schon vorher zu signalisieren, dass sie sich hinlegen oder setzen soll – und das nicht auf den Laptop sondern wo anders. Hierfür bietet sich das Capturing als Training bestens an.

Es geht los

Schnapp Dir den Clicker und die Leckerchen und hab Geduld. Hast Du es mit einem gemütlichen Stubentiger zu tun, wirst Du wohl nicht lange warten müssen, bis sich das Tier hinlegt.

  • Setz Dich an Deinen Laptop und beginne mit der Arbeit. Vielleicht hat sich Deine Katze schon mal in Deine Nähe gelegt, sodass Du jetzt dieses Verhalten abwarten solltest.
  • Ist der Moment gekommen und das schmusige Tier legt sich z.B. auf einen Stuhl, der neben Dir steht, dann muss das Clickern erfolgen und kurz darauf die geschmackvolle Belohnung.
  • Die nächsten Einheiten des Trainings sehen gleich aus. Mit regelmäßigen Wiederholungen machst Du der Katze begreiflich, dass es keine Leckerlis gibt, wenn sie sich auf Deine Tastatur setzt.

Das Verhalten zu bestimmten Zeiten einprägen

Weil es sich bei der gewünschten Bewegung um eine natürliche Verhaltensweise handelt, zeigt das Katzentier diese nicht nur in dem Moment, in dem sie sich neben Dir auf den Stuhl setzt, sondern zu jeder beliebigen Zeit. Im Vergleich zu den anderen bisher erlernten Tricks, die zeitlich einen Beginn und ein Ende markieren, weiß die Katze beim anfänglichen Capturing manchmal nicht, wann sie das Verhalten zeigen soll, weil es ihr unberechenbar erscheint. So kann es passieren, dass sie die gewünschte Aktion übertrieben oft zeigt, um an Leckerbissen zu kommen. Um das in der Zukunft zu vermeiden, führt der bereits erfahrene Katzencoach ein verbales Signal ein, das den Zeitpunkt für die Katze festlegt.

Die Einführung des verbalen Signals folgt den Schritten, die Du bereits in der letzten Einheit kennengelernt hast. Wenn die Katze auf den Stuhl springt, während Du am PC sitzt, dann sollte jetzt schon das Signal erfolgen. Dies kann z. B. mit dem Wort „Sitz“ kenntlich gemacht werden. In einem weiteren Schritt setzt die mündliche Aufforderung zeitlich immer früher ein. Den Click und den Leckerbissen erntet die Katze nur noch, wenn sie sich ausschließlich wegen dem Signal hinsetzt und nicht, wenn sie dies unaufgefordert macht. Auf diese Weise versteht die Katze, dass es eine Belohnung nur auf Zuruf gibt.

Was zu beachten ist

  • Einmal täglich. Das Training sollte einmal täglich stattfinden. Das Verhalten bleibt im Kopf der Katze aktuell bzw. sie speichert es in ihrem Gehirn ab.
  • Belohnung nicht vergessen. Auf keinen Fall darfst Du die Belohnung vergessen. Diese muss nicht zwangsläufig immer aus einem Leckerli bestehen. Sie kann sich auch in einer Streicheleinheit und liebevoller Worte ausdrücken. Ignorierst Du Dein Haustier, obwohl es auf Dich gehört hat, wird es bald Dich ignorieren.
  • Keine negative Verstärkung. Es sollte keine negative Verstärkung erfolgen im Sinne einer Strafe oder einer sonstigen negativen Aktion. Das käme einem Vertrauensbruch gleich.

Deine Meinung ist uns wichtig!

Welche natürliche Verhaltensweise hast Du mit Deiner Katze schon trainiert? Schreib es uns in die Kommentare.

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