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Clickertraining – Effektives Prompting für Katzen (Teil 7)

Das Capturing war der Teil der letzten Trainingseinheit. Die friedliche Koexistenz zwischen Dir und Deinem tierischen Bewohner ist das Ergebnis eines regelmäßig durchgeführten Clickertrainings, das durch das Highlight eines bestimmten Tricks versüßt werden kann. Über das Capturing hast Du gelernt, das natürlich angebotene Verhalten Deiner Katze effektiv zu nutzen, um sowohl Dein Leben als auch das Deiner Katze in mancher Hinsicht zu erleichtern.

Doch was wäre der Alltag ohne Variationen? Er wäre langweilig. Deshalb gehören zum Clickertraining mit Katzen Übungen, die viel Abwechslung versprechen. Eine Übung entsteht aus dem sogenannten Prompting (engl. to prompt – veranlassen, auffordern), das im Prinzip wie das Capturing funktioniert. Der einzige Unterschied ist, dass Du nicht auf das natürliche Verhalten, auf das Du es abgesehen hast, warten musst. Denn beim Prompting geht es um das explizite Auslösen des bestimmten Verhaltens.

Das Prompting bei Katzen

Im Grunde genommen versteht sich die Technik als eine „auslösende“ Aufforderung zur Angebotsabgabe. Der Mensch fordert das Tier durch ein Signal auf, ein bestimmtes Verhalten auf „Knopfdruck“ anzubieten, damit es belohnt wird. Die sonst willkürlich gezeigte, angebotene Verhaltensweise (z. B. auf den Boden legen, mit der Zunge über das „Katzenschnäuzchen“ lecken oder die Putzbewegung mit der Pfote) kennt keine Berechenbarkeit. Das Prompting hingegen macht sie berechenbar, indem der Katzencoach sie punktgenau abrufen kann.

Dazu muss es einen geeigneten Prompt geben. Ein Leckerli kann zwar einen Prompt darstellen, dies ist aber nicht zu empfehlen. Weil Dein kleiner, bester Freund immer für einen Leckerbissen zu haben ist, wird er beim Locken durch das Futter abgelenkt sein. Reagiert die Katze nämlich auf das Futter, und erfolgt kurz nach dem erwünschten Verhalten das Clickern, geht das Clicker-Geräusch im Hintergrund unter. Die Katze hat sich von vornherein nur auf die Leckerei konzentriert.

Der Prompt sollte deshalb z.B. ein verbales Signal sein. Es kann sich aber auch um einen Gegenstand handeln. So finden sich im Netz Videos, in denen die Katze eine Klingel bedient und damit selbst ein Signal gibt, gefüttert werden zu wollen. Das Berühren von Gegenständen mit der Pfote zählt hier auch zu einem natürlichen Verhalten. Katzen schnuppern nicht nur, sie erproben neue Objekte auch mit den Pfoten. Einfacher ist es jedoch, mit einem mündlichen Signal zu arbeiten. Dies kann „Schleck“ für die über den Katzenmund fahrende Zunge sein oder „Pfötchen“ für eine Putzbewegung am Gesicht oder über die Ohren.

Effektives Prompting

Die Technik

  • Start. Beginne mit einem Trick, der Deiner Katze bereits bekannt ist.
  • Beobachtung. Nachdem Du ihr die Belohnung als positiven Verstärker zugeführt hast, beobachte Deine Katze ganz genau.
  • Das verbale Signal zur erwünschten Handlung. Möchtest Du, dass Deine Katze in Zukunft kontrolliert mit der Zunge über das Mäulchen leckt, sobald Du „Schleck“ rufst, dann musst sehr genau hinschauen. Die Schleckbewegung mit der Zunge erfolgt zügig nach der Gabe des Leckerchens. Manchmal passiert das so schnell, dass der Mensch nicht sofort reagiert und clickert. Eine genaue Beobachtungsgabe und eine schnelle, kontrollierte Reaktion sind unbedingt erforderlich. Anders verhält es sich, wenn die putzende Pfote, statt die putzende Zunge, das erwünschte Verhalten darstellt. Diese Bewegung ist relativ schnell schon im Ansatz nach der Belohnung zu erkennen. Rufst Du „Pfötchen“, bietet Dir eine trainierte Katze für eine Belohnung rasch eine sich putzende Bewegung an.
  • Reihenfolge. Sobald die Zunge schleckt oder die Pfote über das Gesicht gleitet (kurz nach der Belohnung), hat das Clickern zu erfolgen und direkt danach die köstliche Belohnung. Das kann sich in einer endlosen Schleife wiederholen. Falls es eine unvorgesehene Unterbrechung innerhalb dieser Lernphase gibt, fängt das Ganze wieder mit irgendeinem altbekannten Trick an.
  • Zeitliche Distanz entsteht. Zeigt die Katze derartige Zungen- oder Putzbewegungen häufiger als zuvor, kannst Du zum nächsten Schritt übergehen. Erhält die Katze einen kleinen Leckerbissen und führt sie ihre Zunge nicht sofort wieder über den Mund, sondern erst mit einer zeitlichen Verzögerung, ist es Zeit für den Click. Auf diese Weise erfolgt das Clickern außerhalb des üblichen Schluckvorgangs.
  • Zeitliche Distanz erhöhen. Dein Liebling zeigt das Verhalten nun bewusst und nicht mehr willkürlich. Jetzt ist es an der Zeit, die zeitliche Distanz zwischen Schlucken und dem angebotenen, bewussten Verhalten der Katze zu vergrößern.
  • Einführung des verbalen Signals. Das verbale Signal „Schleck“ oder „Pfötchen“ und das Clickern erfolgt, wenn das bestimmte Verhalten von der Katze angeboten wird. Hier spielt das richtige Timing eine große Rolle. Du solltest ganz genau beobachten, wann Deine Katze zur Bewegung ansetzt. Das ist dann der richtige Moment. Genau wie beim Capturing ist das Clickern nach mehreren Trainingseinheiten nicht mehr notwendig, weil das verbale Signal das Clickern ersetzt.

Was zu beachten ist

  • Timing. Ohne das richtige Timing verwirrst Du Deine Katze. Eine genaue Beobachtung ist hierfür erforderlich.
  • Richtig Clickern. Manchmal ist die menschliche Hand nicht so schnell, wie es nötig wäre. Deshalb gilt: Du betätigst den Clickerstab lieber gar nicht, als zum falschen Zeitpunkt.
  • Üben, üben, üben. Der Trick wird nicht sofort gelingen. Es braucht Zeit, Geduld, Verständnis und vor allem Liebe.

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Hast auch Du das Prompting ausprobiert? Erzähl uns von Deinen Erfahrungen. Schreib es uns in die Kommentare.

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