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Clickertraining – Katze folgt auf Handzeichen (Teil 4)

Die ersten drei Herausforderungen im Clickertraining haben ein Häkchen in der Trainingsliste bekommen. Das Clickern, Shaping und Targettraining hat der lernfähige Stubentiger mit Bravour gemeistert. Jetzt geht es um den einen Trick, der den meisten Menschen und Katzenfreunden in den Köpfen herumschwirrt:

„Mach Männchen“. Eine Leistung, für die der Hund bekannt ist, weniger jedoch die Katze. Die aufgeweckten Samtpfoten und beweiskräftige Katzenvideos im Netz kündigen jedoch einen revolutionären Trend an, der die kleinen Vierbeiner an die Spitze von Tricks & Co. setzt. Dein Targetstab liegt schon in der Hand? Die Katze schaut dem mechanischen Vorboten für Leckerlis bereits aufmerksam entgegen? Dann kann es jetzt losgehen.

Mit dem Shaping zum „Mach Männchen“

Für den bestimmten Trick muss die Katze dem Menschen nicht folgen. Bereits an Ort und Stelle braucht die Hand den Targetstab nur vor das neugierige Näschen halten. Wie gewohnt belohnt der Tierhalter die Bewegung bzw. die Berührung der Katzennase an der Spitze des Stabes mit einem Leckerli.

Mit der Fortführung der Übung setzt der Targetstab immer höher an. Er befindet sich also nicht direkt vor dem Riechorgan, sondern über diesem. Das Berühren im Wechsel mit Clickern und Belohnung führt dazu, dass sich das Tier auf die Hinterläufe setzt und den Körper aufrichtet. Deine Katze begreift nicht nur den Sinn der Übung. Sie lernt eine neue, bestimmte Bewegung in Verbindung mit dem Stab und der geschmackvollen, positiven Verstärkung.

Aufsteigen und Aufhören

Die einzelnen Schritte des Trainings müssen sauber und getrennt voneinander durchgeführt werden. Du als Trainer darfst Deine Katze nicht zu mehreren Verhaltensweisen gleichzeitig bringen, um den Erfolg nicht zu gefährden. Die Trainingseinheiten bauen nämlich aufeinander auf, woraus letztlich das Verständnis für den Sinn der Übungen erwächst. Eher selten ist es der Fall, dass Deine Katze schon nach einer ersten Übung alles versteht. Die Wiederholung macht hier den Meister.

Wichtig ist vor allem, dass das Clickern nicht am Ende des Aufsteigens des Katzenkörpers erfolgt. Das ist zu spät. Das Clickern findet zeitgleich mit dem aufsteigenden Körper der Katze statt. Damit signalisiert der Katzencoach eine Belohnung für diese bestimmte Bewegung. Clickert die Hand zu spät, glaubt Deine Katze, die Beendigung der Männchen-Bewegung sei gewollt.

Superstitious Behavior

Während des Trainings zeigt Dein Stubenkätzchen nicht immer nur das gewünschte Gebaren. Oftmals kommen mit dem bestimmten Trick noch andere Verhaltensweisen daher, die überflüssig bis unerwünscht sein können. Im englischen Sprachgebrauch wird dafür die Wendung superstitious behavior gebraucht (abergläubisches Verhalten). Oftmals lecken die Katzen an der Spitze des Targetsticks oder sie geben Geräusche von sich. Soweit es den Trainingserfolg nicht stört, ist das in Ordnung. Es könnte eine Art Gewohnheit daraus entstehen, den Du wieder durch entsprechende Clickergeräusche abgewöhnen kannst.

Körperkontrolle

Eine ruhige Hand des Menschen für das Training ist enorm von Bedeutung. Fuchtelst Du vor dem Tier mit dem Stab hin und her, verursachst Du Verwirrung und Irritation. Deine Katze muss wissen, wohin sie sich gezielt bewegen soll. Es würde sie an ein Spiel erinnern, welches häufig mit dem Federstab gespielt wird. Im Spiel aber geht es nicht um konditionieren, sondern um die Willkür der bewegten Hand. Die Katze folgt dieser dann im schnellen Tempo.

Mit langsamen und kontrollierten Übungen kann das nicht passieren. Deine Katze weiß dann, dass es sich um kein Spiel, sondern um eine Aufgabe handelt.

Achtung! Die Katze testet den Menschen

Manchmal testen die geschickten Samtpfoten den menschlichen Mitbewohner. Das schlaue Tier hat nicht immer nur den Stab vor Augen, sondern auch die Leckerchen, wenn sie aus dem Blickwinkel hinter den Rücken des Gebers verschwinden. „Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?“, mag das ein oder andere Katzen-Schlitzohr denken. So wird nicht selten auch mal der verkürzte Weg zu den Schmankerln angetreten – ohne dem Stab auch nur die geringste Beachtung zu zeigen. So sehr dieses Verhalten inneres Entzücken wecken mag – der Tiertrainer muss sich konsequent zeigen und nicht schwach. Im Training darf es deshalb keine Ausnahmen geben.

Die Hinführung zur Hand – Clickertraining ohne Leckerli

Das Training muss sich jetzt von dem Targetstab langsam und behutsam verabschieden, denn der Erfolg besteht darin, die Katze mit einem Handzeichen das „Männchen“ machen zu lassen. Dafür fährst Du als gewiefte Katzenmeister den Targetstick stückweise ein, sodass die Hand die Spitze des Stabes ersetzt. Die Katze verliert demnach den Stick buchstäblich aus den Augen und verbindet die positive Verstärkung mit dem menschlichen Handzeichen. Mit der Zeit zeigt das Tier den Trick dann auch ohne Leckerli.

Auch hier ist in einzelnen Schritten vorzugehen. Der Stab kann nicht von Beginn an weggelassen werden, weil für das Shaping und den daraus sich entwickelnden Trick ein Stab notwendig ist.

Warum bestimmte Tricks sinnvoll sind

Die Einübung von einem bestimmten Trick dient nicht dem Spiel, sondern dem Training der geistigen Fähigkeiten der Katze. Die Folge: Die Lernfähigkeit des Katzentieres steigt auch für andere Herausforderungen (z. B. der Sprung durch einen schmalen Plastikreifen). Außerdem kann sich der Umgang mit dem Tier in vielerlei Hinsicht vereinfachen.

Bestimmte Handzeichen reichen aus, um Deiner Katze zu verdeutlichen, dass sie z. B. vom Tisch springen soll. Eine strenge, eingreifende Handbewegung oder ein lautes Klatschen ist nicht notwendig. Du darfst eines nämlich nicht vergessen: Der Schmusetiger verbindet mit der menschlichen Hand zarte, streichelnde Berührungen und keine Gewalt. Mit einem harschen Eingreifen verschwindet das Vertrauen der Katze auf Nimmerwiedersehen.

Deine Meinung ist uns wichtig!

Was hältst Du vom Clickertraining? Welche Tricks kann Deine Katze? Schreib es uns in die Kommentare.

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