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Clickertraining – Was bedeuted das „Shaping“? (Teil 2 )

Die erste Hürde ist genommen, der Clicker ist der beste Freund der Katze geworden und der Weg ist nun frei für den weiteren Ausbau der Verhaltensförderung. Hierfür arbeitet der Trainer mit den natürlichen Verhaltensweisen der Katze, die bereits die Überleitung zu einfachen Tricks darstellen. Doch gibt es biegsame Vierbeiner, die sich für ein Leckerchen lieber noch im Anschmiegen üben. Die erwünschte Reaktion für einen zu vollziehenden Trick zeigt sich dann nicht auf natürlich Weise, sondern gar nicht. In diesem Fall kommt das sogenannte „Shaping“ zum Einsatz.

Das „Shaping“

Der Begriff „Shaping“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „Formung“. In Zusammenhang mit der Konditionierung der Katze kommen für diese Formung des Verhaltens der Katze unterschiedliche neue Gegenstände ins Spiel, auf die das Tier trainiert werden soll.

Eine Verstärkung der Konditionierung, die zuvor über den Clicker geübt wurde, ist dann notwendig, wenn Deine Katze von sich aus keine natürliche Verhaltensweisen anbietet. Das zuvor geübte Clickertraining wirkt sich in dieser Hinsicht als vorteilhaft aus. Das Verwenden von Leckerlis als Belohnung behält der Katzenbesitzer natürlich bei sämtlichen Trainingseinheiten bei. Das ist ein fester Bestandteil der Konditionierung.

Das „Shaping“ ist für Mensch und Tier kein leichter Vorgang. Diese Form des Trainings ist im Vergleich zum sogenannten Target-Training komplizierter, weil zunächst aus dem „Ansatzverhalten“ des Tieres zum Zielverhalten hin trainiert werden muss.

Schritt für Schritt Verhalten formen

Wie auch immer das bestimmte Verhalten aussehen soll, der dafür gewählte Gegenstand sollte für die Augen Deines Tieres neu sein. Nicht ohne Grund inspizieren Katzen gerne Objekte, die sie noch nicht kennen. Die Neugierde ist es, die sie dazu bringt. Sie ist ihrem Naturell immanent und deshalb können die neugierigen Samtpfoten einfach nicht anders, als beim Training mitzumachen. Dinge, die sie kennen, verbinden sie mit einer bereits gewohnten Verhaltensweise.

Möchte der Trainer seinem Tier beibringen, sich auf ein Kissen zu legen, gehören dazu mehrere Schritte. Deine Katze muss sich dafür erst in die Richtung des Objektes bewegen. Schon die erste Bewegung, die in diese Richtung geht, muss belohnt werden. In der Regel zeigt sich das Verhalten in einem Ansatz, der kaum merklich erscheint, wenn Du nicht ganz genau hinschaust. Du, als Coach aber siehst das sofort, weil Du jetzt darauf achtest. So zaghaft die körperliche Wendung zum Gegenstand hin auch sein mag, sie muss sofort mit dem unterstützenden Clicker und einem Leckerbissen gefördert werden.

Kleine Bewegungen können das Drehen des Kopfes oder ein Blick in die richtige Richtung sein. Folgt auf die anfänglich noch zaghafte Aktion Deiner Katze ein Clickern, weiß Deine Katze, dass sie etwas richtig gemacht hat. Das Clickern verspricht der Katze eine Belohnung. Sie lernt, dass nicht jedes Verhalten sofort mit einer kleinen Leckerei belohnt wird, sondern bestimmte Verhaltensweisen auf dem Weg zum Ziel. Die Erwartung einer Belohnung führt die Pfoten auf den richtigen Pfad. Ohne diese Erwartungshaltung und ohne Belohnungen macht Deine Katze nämlich meist nichts – zumindest nicht das, was beim Training gewollt ist.

Klassische Konditionierung und operante Konditionierung

Das „Shaping“ gehört zu der operanten Konditionierung. Hierbei kann Deine Katze Einfluss auf ihre Belohnung haben. Das lernende Tier stellt fest, dass es sich eine Belohnung verdienen kann. Deiner Katze steht es dabei natürlich immer frei, sich auch anders zu verhalten.

Bei der Trainingseinheit im ersten Teil des Clickertrainings ging es um die klassische Konditionierung. Tatsächlich erfolgt hier nach dem Clickern die Gabe des Leckerbissens als ein Geschenk, die sich die Katze noch nicht durch eine eigene Leistung verdienen musste. Mit dem Clickern sollte die sie erst einmal den Zusammenhang zwischen dem Geräusch und der Belohnung erkennen.

Kurz: Bei der operanten Konditionierung machst Du als Katzen-Coach die Belohnung von einem bestimmten Verhalten der Katze abhängig.

Worauf muss beim Shaping geachtet werden?

Folgendes solltest Du beim „Shaping“ Deiner Katze beachten:

Kein Zwang

Zwinge Deine Katze nicht, ein bestimmtes Verhalten zu zeigen. Zwang unter herrischer Anleitung führt zu einem negativen Erlebnis. Während ein Mensch ein von Angst vor Sanktionen bestimmtes Verhalten zeigen könnte, würde die Katze sich schlicht unters Bett verkriechen. Dazu käme ein Vertrauensbruch.

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Neues Objekt

Der gewählte Gegenstand sollte immer neu sein. Auf diese Weise lernt die Katze, mit dem Objekt eine neue Verhaltensweise zu verknüpfen und keine alten Gewohnheiten zu verbinden.

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Auf Augenhöhe sein

Während des Trainings bist Du nicht der Herr Deiner Katze, sondern der Partner, auf den das Tier vertrauen kann und darf. Das Training ist eine Zusammenarbeit. Am Ende soll Deine Katze das Verhalten gerne zeigen.

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Kleine Teilaufgaben

Die Trainingseinheiten müssen schrittweise durchgeführt werden. Die Aufgaben, die Dein Haustier bewältigen soll, erledigt es in kleinen Teilaufgaben

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Das Training könnte so aussehen:

  • Ein Blick auf das entfernt liegende Kissen
  • Eine Kopfbewegung zum Kissen hin
  • Ein Schritt zum Kissen
  • Mehrere Schritte zum Kissen
  • Hingehen zum Kissen
  • Riechen am Kissen
  • Erst eine, dann mehrere Pfoten auf dem Kissen
  • Katze legt sich auf das Kissen

Das Shaping funktioniert bei jeder Katze. Alles was Du brauchst, ist ein Katzen Clicker und Erfahrung. Wenn Du noch keine Erfahrungen hast, dann hast Du Dir mit dem Lesen dieser Anleitung das richtige Wissen angeeignet, um direkt loszulegen.

Deine Meinung ist uns wichtig!

Was hast Du Deiner Katze schon beigebracht? Schreib es uns in die Kommentare.

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