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Clickertraining – Verhaltensketten etablieren (Teil 8)

Deine Katze ist mittlerweile zu einem hervorragenden Kenner der trickreichen Welt herangereift. Jetzt beginnt der Endspurt für die Meisterschaft. Ging es in den letzten Trainingseinheiten noch um die einzelnen, unabhängigen Bewegungsmuster, geht es jetzt um eine Verhaltenskette. Das ist nichts mehr für Anfänger, sondern etwas für Fortgeschrittene.

Ist das Schleckermäulchen bisher nach jedem erfolgreichen Schritt belohnt worden, muss es nun eine Reihe unmittelbar aufeinanderfolgende Handlungen bewältigen, um in den Genuss der wohlverdienten Gaumenfreude zu kommen. Dabei machen die folgenden Übungen richtig Spaß, denn als versierter Katzencoach, hast Du die Wahl zwischen einem Trick Parkour oder anderen komplexeren Tricks. Vor allem hat Dein Clicker-Finger mehr Pause, denn erst nach Absolvierung der fertig erlernten Verhaltenskette betätigst Du den Clickerstab.

Wie sieht eine Verhaltenskette aus?

Eine Verhaltenskette kann spannend aufgebaut sein. Im Rahmen eines Trick Parkours bedienst Du Dich an einer ganzen Reihe von Artistikrequisiten, die sowohl Dir als auch Deinem kleinen Vierbeiner Freude bereiten. Dazu gehören beispielsweise ein Reifen oder eine Wippe. Innerhalb des Trainingsparkours kannst Du bestimmte Elemente für einen Slalom aufbauen. Ein solcher Parkour bietet die abwechslungsreichen Möglichkeiten, die einzelnen Trainingsgegenstände beliebig miteinander zu kombinieren oder auszutauschen.

Doch nicht jede Verhaltenskette ist gleich auch als solche zu erkennen. Das liegt an der Komplexität der gewünschten Verhaltensweisen.

Um der Vielzahl der Bewegungsabläufe gerecht zu werden, zerlegst Du sie in die entsprechende Anzahl an Tricks. Auf diese Weise werden sie leichter trainierbar. Komplexe Projekte lassen sich ohne die Gefahr der Überforderung einüben.

Zum Beispiel…

… bringen viele Tierhalter den Hunden bei, einen Stock zu apportieren. Auch einer Katze kann das beigebracht werden. Es muss sich bei dem Gegenstand aber nicht zwangsläufig um einen Stock handeln. Es kann jeder geeignete Gegenstand sein, der sich von dem Katzenmäulchen bequem aufnehmen und tragen lässt. Die Schritte, die für eine bessere Erlernbarkeit trainiert werden müssen, sehen dann so aus:

  • dem Objekt nachlaufen
  • den Gegenstand aufnehmen
  • zurückbringen
  • auf Signal das Objekt in Deine Hand fallen lassen
Verhaltensketten etablieren

Wie Du die Verhaltenskette trainierst

Die Verhaltenskette ist nicht zu verwechseln mit dem Shaping. Zwar trainiert der Stubentiger auch beim Shaping einzelne Bewegungen – allerdings so, dass die Schritte aufeinander aufbauen und von Trainingseinheit zu Trainingseinheit mehr gefordert werden kann. Die Kette an mehreren Verhalten hingegen trainierst Du sozusagen rückwärts, indem Du mit der letzten Aktion in der Kette beginnst und Du Deine Katze zurück zum Anfang „arbeiten“ lässt.

Die schwierigste Handlung besteht nämlich in dem letzten Schritt. Um die Übungen dem Katzentier zu erleichtern, ist dieser letzte Schritt zuerst zu trainieren. Jede weitere, kommende Übung fällt der Katze automatisch leichter. Außerdem besteht nicht die Gefahr von ungleichmäßig gewichteten Verhaltenselementen. Beim Apportieren besteht häufig eine Tendenz dazu, das Nachlaufen des Tieres nach dem Stock oder dem Ball stärker zu trainieren, als die kommenden Handlungen.

Der Slalom und das Glöckchen

Deine Katze soll einen Slalom laufen, an dem ein Ende das Klingeln des Glöckchens mit der Nase oder der Pfote steht:

  • Vorbereitung.Für die Slalomstangen kannst Du Flaschen gebrauchen, Absperrkegel aus Plastik oder andere gleich aussehende Gegenstände. Die Glocke muss hängend befestigt werden. Stelle die Objekte erst zur Seite, denn – erinnere Dich – Du startest mit der letzten Handlung und nicht mit der ersten Aktion.
  • Läuten der Glocke shapen. Du beginnst das Läuten der Glocke zu shapen. Wie das Shaping funktioniert, weißt Du bereits aus den vorherigen Trainingseinheiten.
  • Glocke abhängen. Jetzt hängst Du die Glocke ab und trainierst den Slalom als eine isolierte Bewegungseinheit.
  • Slalom shapen. Der Clicker kommt dann zum Einsatz, sobald die Katze eine Bewegung um die Slalomstange gemacht hat usw. Auch hier muss es für die Teilabschnitte Belohnungen geben. Allerdings darf und sollte es eine weitere Belohnung ohne ein Clickern geben. Das motiviert Deine Katze dazu, den Slalom auch wirklich zu beenden und erst danach das Glöckchen mit der Pfote zum Klingeln zu bringen. Auch am Ende darf es etwas mehr Leckerlis geben.

Natürlich kannst Du das Clickern nach und nach abbauen und stattdessen verbale Signale gebrauchen. Dann folgt der kleine Mitbewohner Deiner Stimme.

Die Trainingseinheiten lassen sich mit jeder Art von Katze trainieren. Sie muss dafür nicht ausgewachsen sein. Das Clickertraining mit Kitten kann genauso gut funktionieren.

Deine Meinung ist uns wichtig!

Wie sieht Dein Parkour für Deine Katze aus? Schreib es uns in die Kommentare.

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