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FORL Bei Katzen – was steckt dahinter?

Unsere Katzen sind die wohl treuesten Schmusetiger und immer für uns da. Insbesondere wenn es uns nicht gut geht sind Kuscheleinheiten die beste Medizin. Doch als Katzenbesitzer / -in hat man auch eine große Verantwortung ihnen gegenüber. Vor allem, wenn es um ihre Gesundheit geht, denn nur eine gesunde Katze ist auch eine glückliche Katze. Eine der möglichen Erkrankungen nennt sich FORL, eine der am häufigsten vorkommenden Erkrankungen der Katze. Im Folgenden wird die Krankheit weiter erklärt, sowie Symptome, Behandlung und Möglichkeiten zur Vorbeugung genannt.

Was ist eigentlich FORL?

Bei FORL handelt es sich um eine sehr schmerzhafte Entzündung des Zahnfleischs, wessen Ursprung leider noch nicht sicher festgestellt wurde. FORL ist hierbei nur eine Abkürzung für „Feline Odontoklastische Resorptive Läsion“. Bei dieser Erkrankung aktivieren sich körpereigene Zellen, die sogenannten Odontoklasten, welche eigentlich für den Abbau der Milchzahnwurzeln zuständig sind. Bei älteren Katzen sollten diese also nicht mehr aktiv sein. Deshalb ist hier auch oft von einer Autoimmunkrankheit die Rede, da sich der Körper selbst angreift. Bei Katzen, die unter FORL leiden, werden die bleibenden Zähne von den Odontoklasten „angeknabbert“ was zunächst nur im Wurzelbereich geschieht und deshalb anfangs oft unentdeckt bleibt. Die Entdeckung geschieht leider oft erst im Endstadium, da Löcher und Veränderungen im Zahnstein erst später sichtbar werden.

Welche Katzen sind betroffen?

Allgemein betrifft FORL nur Katzen, die keine Jungtiere mehr sind. Es wird geschätzt, dass ca. 30 Prozent aller Katzen und 50 Prozent aller Katzen ab dem fünften Lebensjahr betroffen sind. Ab dem Alter von fünf Jahren ist eine regelmäßige Kontrolle des Mundraumes daher allgemein zu empfehlen, um Symptome möglichst früh zu erkennen. Ob die eigene Katze wirklich betroffen ist, kann nur der Tierarzt bestätigen, aber bei der kleinsten Vermutung ist Kontrolle die beste Wahl.

Symptome von FORL

Es ist wichtig, diese Krankheit möglichst früh zu erkennen. Deshalb sollte auf die folgenden Symptome gut geachtet werden. Offensichtlich sind Änderungen des Verhaltens bei der Futteraufnahme. Die Katze schleicht einige Zeit um den Napf herum, legt den Kopf beim Kauen schief – was auf Schmerzen schließen lässt – und übermäßiges speicheln. Dieses Verhalten der Katze tritt jedoch oft erst mit dem Endstadium von FORL ein, da die Schmerzen sich erst dann ausweiten.

Also sollte zur Sicherheit jede Katze einmal im Jahr vom Tierarzt begutachtet werden. Diagnostiziert wird FORL oft wegen abgebrochener Zähne, hochwachsenden Zahnfleischs oder Defekten der Zahnkrone. Wenn einem also so etwas bei der eigenen Katze auffällt, sollte dringend ein Zahnarzt aufgesucht werden.

Was weniger ein Symptom, aber trotzdem ein guter Anhaltspunkt ist, ist das Auftreten von Parodontitis. Die meisten Katzen, die später unter FORL leiden, litten bereits einmal unter Parodontitis oder waren akut betroffen.

Wie wird FORL behandelt?

Die schlechte Nachricht ist: FORL ist nicht heilbar. Bei einer Erkrankung müssen die betroffenen Zähne vollständig entfernt werden, um das Tier von weiteren Zahnschmerzen zu befreien. Selbst eine Behandlung der Wurzel oder Füllungen sind hier nicht wirkungsvoll. Die betroffene Katze wird unter Narkose im Mund untersucht, wobei zunächst der Zahnstein entfernt wird. Darunter sind die Schäden oft deutlich erkennbar. Die angegriffenen Zähne werden dann mit den Überresten der Wurzel entfernt. Im schlimmsten Fall kann die Katze sogar alle Zähne verlieren, aber auch für eine zahnlose Ernährung gibt es heute reichlich Alternativen.

Kann man FORL vorbeugen?

Da die Ursache für FORL nicht sicher bekannt ist, gibt es auch keine eindeutigen Methoden zur Vorbeugung. Allgemein wird jedoch eine ausgewogene und gesunde Ernährung empfohlen, um mögliche Entzündungen zu vermeiden. Speziell sollte auf eine abgestimmte Kalzium- und Phosphoreinnahme geachtet werden. Oft wird der Ausbruch von FORL mit einer Störung des Kalziumhaushalts in Verbindung gesetzt. Auch bei fettlöslichen Vitaminen sollte ein Überschuss vermieden werden. Zur Vorbeugung zählt auch der regelmäßige Besuch beim Tierarzt. Zudem kann auch das Zähneputzen positive Auswirkungen auf die Hygiene im Mund haben. Täglich oder mindestens zweimal in der Woche sollten die Zähne geputzt werden.

Es gibt zudem verschiedene Spielzeuge, die speziell die Gesundheit des Mundes fördern und somit der bereits genannten Parodontitis vorbeugen. Die Entwicklung von FORL wird somit nicht noch unnötig begünstigt.

Deine Meinung ist uns wichtig!

Hatte Deine Katze schon einmal eine Zahnfleischerkrankung? Dann schreib uns doch in den Kommentaren Deine Erfahrungen und wie Du Deinem Liebling geholfen hast. Hilf auch anderen Katzenbesitzern und gib Deine Tipps weiter!

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Kommentare

Martina 22. August 2019 um 18:29

Im Text steht geschrieben: „Es gibt zudem verschiedene Spielzeuge, die speziell die Gesundheit des Mundes fördern und somit der bereits genannten Parodontitis vorbeugen. Die Entwicklung von FORL wird somit nicht noch unnötig begünstigt.“
Um welches Spielzeug handelt es sich denn hierbei? Gibt es Empfehlungen?
Herzlichen Dank.

Antworten

der Redaktion 22. August 2019 um 18:52

Hallo Martina,

lieben Dank für Deine Frage.
FORL ist wirklich eine lästige Geschichte. Fast jede Dritte Katze ist im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Falls sich FORL noch im Anfangsstadium befindet, kann eine regelmäßige Zahnpflege Deines Schmusetigers helfen. Auch Katzenminze-Sticks können die Mundhygiene verbessern. Wir haben hier einige Möglichkeiten zusammengetragen: https://katzeo.de/katze-zaehne-putzen/
Sollte sich Dein Liebling im fortgeschrittenen Lebensalter und Krankheitsstadium befinden, solltest du unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.

Liebe Grüße
Dein Katzeo.de Team


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