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So spielst Du mit Deiner Katze artgerecht

Artgerechtes Spiel mit der Katze

Spielen ist für Katzen ein Grundbedürfnis. Sie beginnen damit, sobald sie laufen können und hören auch im hohen Alter nicht damit auf. Im Spiel simuliert Deine Katze reale Jagdsituationen. Es ist wichtig, Deine Katze in ihrem instinktiven Spieltrieb zu fördern.
Doch wie lässt sich ein artgerechtes Spiel gestalten? Kann man mit einer Wohnungskatze überhaupt artgerecht spielen?

Warum ist spielen so wichtig?

Spielen ist für Deine Katze viel mehr, als bloßer Zeitvertreib. Die Katze hat über das Spiel mit ihren Artgenossen die Möglichkeit, soziale Kompetenzen zu entwickeln. Das positive Zusammentreffen mit anderen führt dazu, dass sie sich zu einem offenen und kontaktfreudigen Wesen entwickeln kann. Das Spiel ist aber auch wichtig, um Bewegungsabläufe zu festigen und den gesamten Muskelapparat zu stabilisieren.

Daneben spielt auch die kognitive Komponente eine wichtige Rolle. Katzen, die geistig gefordert werden, lernen anhand ihrer Aufgaben. Sie merken sich, mit welcher Methode sie Erfolg hatten und entwickeln daraus Verhaltensmuster, die sie später wieder abrufen können.
Aber vor allem spielt Deine Katze, um ihrem Jagdtrieb Ausdruck zu verleihen. Nur wenn die Katze diesem ursprünglichen Verlangen nachkommen kann, ist sie körperlich und emotional ausgeglichen.

Das richtige Spielzeug

Schon beim Kauf des Spielzeugs kannst Du Dich an Kriterien orientieren, die besonders nah an den Eigenschaften eines realistischen Beutetieres sind. Katzen tendieren dazu, Tiere in der Größe von Insekten, Mäusen oder Vögeln zu fangen. Spielsachen, die größer sind, könnten den Spieltrieb der Katze beeinträchtigen und dazu führen, dass sie sich fürchtet. Spielsachen müssen dem ruppigen Einsatz von Krallen und Zähnen standhalten und sollten deshalb besonders robust konstruiert sein. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass dem Gegenstand keine chemischen Gerüche anhaften. Auch das kann dazu führen, dass Deine Katze ihr Interesse an dem Objekt verliert.

Der richtige Umgang mit dem Spielzeug

Um der Katze eine Situation vorzugaukeln, die möglichst real ist, muss das Spielzeug richtig benutzt werden. Hier einige Beispiele:

  • Katzen erhaschen ihre Beute, sobald sie schnelle Bewegungen ausmachen. Deshalb sollte das Spielzeug ebenfalls rasch bewegt werden.
  • Die Katze jagt nur ein Tier zur Zeit. Je mehr Spielzeuge der Katze zeitgleich angeboten werden, desto schlechter kann sie sich auf das Spiel konzentrieren.
  • Beutetiere halten sich nicht in der unmittelbaren Nähe ihres Feindes auf. Beim Spiel zu zweit sollte deshalb auch ein gewisser Abstand eingehalten werden.
  • Die Katze wird den Gegenstand zunächst fixieren und sich in Lauerhaltung begeben (Katzen sind Ansitzjäger, die ihre Beute über lange Zeit hinweg beobachten und erst im allerletzten Moment explosionsartig zuschlagen). Dafür sucht sie Orte auf, an denen sie selbst vor Blicken anderer geschützt ist. Zu diesem Zweck sollten ihr verschiedene Versteckmöglichkeiten angeboten werden.
  • Im Anschluss daran wird Deine Katze die einzelnen Phasen der Jagd nach einem festen Muster durchlaufen: Sie schleicht sich an und schnappt blitzschnell zu, dann tötet sie ihre Beute und frisst sie auf.
  • Einige Spiele lassen mehrere wichtige Jagdaspekte außer Acht. Wenn Du Deine Katze hinter einem Laserpointer* herjagen lässt (sogenanntes Jagdspiel), solltest Du das Spiel mit einem anderen Spielzeug, das die Katze fangen und töten kann, beenden. Alles andere wäre für sie nicht zufriedenstellend. Beutespiele, bei denen sowohl das Auflauern als auch das Fangen und Töten imitiert werden (zum Beispiel mit einer Katzenangel*), müssen dennoch so beendet werden, dass die Katze ihren Wunsch, die erlegte Beute zu fressen, kompensieren kann.
    Die letzte Phase, das Fressen, kann mit Leckerlis nachgespielt werden.
  • Das Spielzeug, was soeben erfolgreich gefangen und verspeist wurde, sollte nun aus dem Blickfeld Deiner Katze verschwinden. Die Katze verliert sonst schnell ihr Interesse an dem Objekt.

Tipp Ziehe eine lange Schnur hinter Dir her und verschwinde damit hinter einer Ecke oder ziehe sie unter einer Decke durch. Dein Stubentiger wird dem Drang kaum widerstehen können, sich sofort auf die Suche zu machen.

Neben den Spielen, die Geschicklichkeit und Kondition Deiner Katze fördern, gibt es auch solche, die die Katze geistig fit halten. Dazu zählen Futterspiele, bei denen einzelne Leckerlis an unterschiedlichen Orten versteckt werden und von ihr gefunden werden müssen. Wenn Du Deine Katze zusätzlich auf die Probe stellen willst, kannst Du dazu übergehen, dass sie sich einen Teil der täglichen Futterration erarbeiten muss. Kleine Mengen Futter können in Papier eingewickelt, in Pappschachteln oder Toilettenpapierröllchen versteckt werden. Es genügt nicht mehr, dass die Katze das Futterdepot erschnüffelt hat, sie muss sich nun auch einen Weg einfallen lassen, um an die Leckereien heranzukommen.

Weitere Tipps & Tricks

Dauer und Intensität

Zu einem erfüllten Katzenleben gehört es, zu spielen. Dabei ist es ganz egal, wie alt Deine Katze ist. Lediglich die Intensität, Frequenz und die Ausdauer können mit zunehmendem Alter abflauen. Legt man eine gesunde Katze mittleren Alters zugrunde, hat diese ein durchschnittliches Spielbedürfnis von zwei bis vier Stunden täglich. Weil Deine Katze ein Lauerjäger ist, liegt es nicht in ihrem Naturell, sich durchgehend körperlich zu betätigen. Dazu kommt, dass eine Katze nur wenige Male zur Jagd ansetzt. Wenn es ihr dann nicht gelingt, das Tier zu ergreifen, lässt sie lieber von ihm ab. Am ehesten entspricht es daher den natürlichen Verhältnissen, wenn täglich mehrere kurze Spieleinheiten (3-4 Mal, jeweils 15-20 Minuten) in das Tagesgeschehen eingebaut werden.

Solitäres Spiel

Oft ist es unumgänglich, dass die Katze zeitweise allein zu Hause ist und sich selbst beschäftigen muss. Um Deine Katze zu beschäftigen, kannst Du ihr Spielzeuge anbieten, die sie auch allein betätigen kann. Dazu gehören unter anderem Bälle, batteriebetriebene Spielzeuge sowie Fummelbretter und Futterspiele.

Was ebenfalls nicht fehlen sollte, ist ein großer Kratzbaum oder alternativ dazu, der Zugang zu hohen Möbeln, wie Schränken und Regalen. Klettern ist etwas, was Katzen auch in freier Wildbahn gerne tun. Sie wetzen sich dabei nicht nur die Krallen ab, sondern trainieren gleichzeitig ihre motorischen Fähigkeiten. Außerdem nehmen Katzen gerne erhöhte Positionen ein, um in Ruhe einer ihrer liebsten Tätigkeiten nachzugehen: Dem Beobachten.

Es gibt aber auch kleinere Katzenmöbel, die an unterschiedlichen Orten innerhalb der eigenen vier Wände verteilt werden können. Für die Katze ist es immer wieder aufregend, wenn diese Elemente von Zeit zu Zeit an einem anderen Ort aufgestellt werden. Es müssen dabei nicht immer teure Möbel aus dem Zoofachhandel sein. Über einen großen Karton freuen sich Katzen ganz genauso!

Mit mehreren Katzen spielen

Leben mehrere Katzen in einem Haushalt, ist das Spiel mit dem Menschen nur noch von untergeordneter Bedeutung. Trotzdem genießen es die Tiere, wenn sie ganz gezielt die Aufmerksamkeit ihres Zweibeiners bekommen. Spielzeuge, die sich besonders zum gemeinschaftlichen Spielen eignen, sind der Laserpointer oder Katzenangeln.
Jede Katze hat jedoch ihre eigenen Vorlieben. Katzen von unterschiedlichem Gemüt sollte die Gelegenheit gegeben werden, auch mal alleine zu spielen und ihren Interessen ungestört nachzukommen. Ggf. eine Dominante Katze einmal kurz aussperren, um auch die zurückhaltene Katze zum Zug kommen zu lassen. Das erfordert möglicherweise die räumliche Trennung der Tiere. Beide Tiere sollten während dieser Zeit ein eigenes Beschäftigungsangebot bekommen, damit die Zeit allein nicht negativ empfunden wird.

Freigänger

Eine Freigängerkatze befriedigt ihren Spieltrieb überwiegend selbst. Die Welt da draußen hat so viel mehr zu bieten, als das eigene Wohnzimmer: Eine Vielzahl an Gerüchen und optischen Eindrücken, unzählige Klettergelegenheiten und Versteckmöglichkeiten, andere Lebewesen, die beobachtet oder real gejagt werden können.
Das Bedürfnis, von seinem Frauchen oder Herrchen bespaßt zu werden, ist also im Großen und Ganzen bereits gestillt. Nichtsdestotrotz sollte auch in dieser Konstellation das Spiel zu zweit nicht zu kurz kommen. Eine halbe Stunde täglich festigt die Beziehung und das Vertrauensverhältnis zwischen Katze und Dir.



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