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Barfen und Katzen – passt das zusammen?

Ein Trend bereitet sich momentan besonders schnell unter Tierbesitzern aus: BARFen. Doch was steht hinter diesem Begriff? Für welche Tiere ist diese Ernährungsmethode geeignet? Ist das wirklich artgerecht oder ein gefährlicher Trend?

Was ist BARFen?

BARF ist sowohl im Deutschen auch als Englischen eine Abkürzung. Es steht einerseits für „biologisch artgerechte Roh-Fütterung“. Im Englischen gibt es unterschiedliche ausgeschriebene Formen, zum Beispiel „bone and raw food“ oder „biologically appropriate raw foods“. Durch den Namen wird die Intention klar: Die Fütterung von Haustieren wie Hunden oder Katzen soll möglichst natürlich erfolgen. Das bedeutet roh! BARFing als Fütterungsmethode wurde für Hunde entwickelt, findet mittlerweile aber auch unter Katzenbesitzern eine stärkere Verbreitung. Viele Katzenfreunde glauben, dass eine rohe und natürlich Nahrungsaufnahme die bessere Wahl für ihre Haustiere ist – ist das tatsächlich so?

Woher kommt der Trend?

Obwohl der Mensch seit Jahrhunderten mit Katzen zusammenlebt, gibt es industriell hergestelltes Katzenfutter erst seit kurzer Zeit. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen die ersten Produkte für Hauskatzen auf den Markt. Seitdem sind sie für Tierbesitzer kaum noch wegzudenken. Kritische Geister fragen sich, wie gesund herkömmliche Tiernahrung ist – neben Rohasche und minderwertigem Fleisch sind oftmals Konservierungsmittel und Zucker in den industriellen Produkten enthalten.

  • Für viele Tierbesitzer ist es also eine Frage der Überzeugung: Will ich meinen Katzen möglichst natürliche Produkte servieren?
  • Soll die Fütterung an die Ernährung in freier Wildbahn angelehnt sein?
  • Oder sollen Dinge wie unkomplizierte Fütterung oder die Sicherheit, eine geeignete Nährstoffzusammensetzung zu erreichen im Vordergrund stehen?

Das ist bei industriellen Produkten trotz allem meistens der Fall. BARFing ist komplizierter, aufwendiger – Besitzer müssen sich damit eingehend beschäftigen, bevor sie sich dafür entscheiden.

Ist BARFen bei Katzen gesund?

BARFen ist nicht immer gesund für Katzen. Selbst wenn es sich um gesunde Tiere handelt, kann eine falsche Fütterung viele Nachteile haben. Ausschließlich rohes Fleisch kann zu Mangelerscheinungen führen und das Tier kann ernsthaft erkranken. Was viele vergessen: In freier Wildbahn jagen unsere Samtpfoten keine fein geschnittenen Putenfilets.

Sie jagen Mäuse und andere Tiere. Die Mahlzeiten bestehen dabei nicht nur aus dem rohen Fleisch, sondern auch aus Fell, Knochen, Knorpeln, Muskeln und dem Mageninhalt des jeweiligen Tieres. Auf diese Weisen nehmen Katzen alle Nährstoffe zu sich, die sie für ein gesundes Leben brauchen. Wenn Du Deiner Katze aber täglich Filets zu essen gibst, wird sie sich zwar zunächst darüber freuen, aber ihr fehlen wichtige Nährstoffe. Knorpel und Knochen enthalten viel Kalzium, was für unsere kleinen Fellmonster sehr wichtig ist.

Während zu Beginn dieses Trends noch viele Tierärzte und Tiervereine skeptisch oder gar wütend waren, sprechen sich mittlerweile auch einige für eine rohe Fütterung aus. Die Bedingung lautet immer gleich: Auf die richtige Zusammensetzung der Nährstoffe müssen Tierbesitzer unbedingt achten!

Was gilt es zu beachten?

In rohen Fleischfilets ist nur ein Teil der Nährstoffe enthalten, die für Katzen wichtig sind. Neben Kalzium fehlen beispielsweise auch Vitamine, Ballaststoffe oder Taurin! Die fehlenden Nährstoffe kannst Du durch anderes rohes Fleisch wie Muskelfleisch oder Hühnerhälse erreichen. Manche Katzenbesitzer verwenden dafür auch eigene Nahrungsergänzungsmittel. Außerdem solltest Du bedenken, dass nicht jede Katze für alle Fleischvarianten empfänglich ist. Einige Katzenhalter füttern Ihre Katzen regelmäßig mit Rinderherz und die Katzen lieben es – andere Katzen sind von Innereien wiederum fast schon angewidert.

Solltest Du Dich tatsächlich zu einer Futterumstellung entscheiden, musst Du noch etwas bedenken: Deine Stubentiger sind industrielles Futter inzwischen einfach gewohnt! In den ersten paar Tagen der Umstellung ist es daher nicht unüblich, dass Deine Katze Durchfall bekommt. Das muss aber kein Zeichen für eine Mangelernährung oder Unverträglichkeit sein, sondern kann alleine durch die Umstellung hervorgerufen werden.

Neben Risiken für die Katze bestehen auch Gefahren für den Menschen: Der Kontakt mit rohem Fleisch, auf dem sich Viren oder Bakterien befinden, kann zu Krankheiten führen. Hygienisches Arbeiten ist dabei sehr wichtig und direkt nach der Fütterung sollte besser keine Kuschelstunde stattfinden. Während Katzen die Krankheitserreger in den meisten Fällen wieder ausscheiden, können sie vor allem für Kinder, ältere Personen und Menschen mit Immunschwäche zu einer ernsthaften Gefahr werden!

Barfen und Katzen

Vor- und nach Nachteile im Überblick

Vorteile:

Du hast den genauen Überblick über das Futter Deiner Katze. Du wirst garantiert nicht mehr unabsichtlich zuckerhaltiges Futter verfüttern. Welche Nebenprodukte die Futterhersteller in ihr Katzenfutter mischen, kann Dir in Zukunft dann egal sein. Bei sorgsamer Verwendung der Rohfütterung kann das gesundheitliche Vorteile für Deine Samtpfote bedeuten.

Nachteile:

Du musst Dich ganz genau mit den Nährstoffen der Nahrung Deiner Katze
auseinandersetzen, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. BARFen ist in der Regel auch teurer als herkömmliches Futter. Am besten Du kaufst gleich Fleisch auf Vorrat, portionierst es und frierst es dann ein. Bei einer falschen Zusammensetzung des Futters kannst Du Deinem Tier ernsthaften Schaden zufügen! Der Kontakt zu rohem Fleisch ist außerdem auch für Menschen gefährlich.

Tipp: Auf Katzeo.de findest Du unzählige verschiedene Rezepte für Deine Samtpfote. Sehr gute Rezepte gibt es hier: https://katzeo.de/rezept-der-woche

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Hast Du schon Erfahrungen mit BARFen gemacht? Dann lass uns doch daran teilhaben und schick uns einen Kommentar, Danke!

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