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Fellpflege ist auch Beziehungsarbeit!

Katzen brauchen keine Bürste? Irrtum. Zwar sind Katzen mehr als ein Drittel des Tages mit ihrer Fellpflege selber beschäftigt, als Haustiere brauchen sie aber etwas mehr. Zudem ähnelt das Bürsten dem Streicheln und fördert die Nähe zu Deinem geliebten Stubentiger.

Warum Bürsten und Kämmen gut für Katzen ist

Katzen schmusen gern. Streicheln und Kosen lieben sie ebenso wie lustiges Spiel. Die regelmäßige Fellpflege wird von den Katzen als zusätzliche Streicheleinheit empfunden. Voraussetzung ist, dass die Katze gut an die Bürste gewöhnt wird und sie faktisch als Ersatz der Streichelhand annimmt. Zwei- bis dreimal tägliches Bürsten bei Kurzhaarkatzen und tägliches Bürsten bei Langhaarkatzen vermindern den Fellausfall in der Wohnung. Abgestorbenes, loses Fell wird dabei regelmäßig entfernt. Besonders beim Fellwechsel im Frühling und Herbst ist das zu begrüßen. Bei ihrer eigenen Fellpflege nimmt die Katze auch weniger loses Fell in den Magen auf. Das verringert das typische Katzenerbrechen, um die Haarballen wieder aus dem Magen zu würgen. Eine gute Bürste verbessert die Hautdurchblutung, das Nachfetten der Haut und ein gesundes Fellwachstum. Die leichte Massage dabei trägt zum Wohlbefinden Deiner Katze dabei. Schließlich wird das Bürsten zu einem Ritual, das Euch beiden guttut und Eure enge Mensch-Haustier-Beziehung noch weiter vertieft.

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Fellpflege ist Zuneigung

Katzen betreiben, außer bei ihren Jungen, keine gegenseitige Fellpflege. Zu Anfang wird eine erwachsene Katze also nicht die Streichbewegung mit der Bürste als natürlich empfinden.

Tipp 1

Hast Du eine ausgewachsene Katze aufgenommen, setze Hand und Bürste anfangs daher zusammen ein. Du kannst mit einer Hand das Tier streicheln und dann leicht mit der Bürste über das Fell fahren.

Tipp 2

Mach bitte die Fellpflege nicht so nebenbei, beim Fernsehen oder Handylesen. Katzen haben extrem sensible Antennen und wünschen Deine ganze Aufmerksamkeit. Such Dir einen gemütlichen Platz, breite für fliegende Härchen am besten ein großes glattes Tuch aus, nimm das Schnurrhaar auf den Schoß und beginne mit ausgiebigem Streicheln.

Doch Vorsicht: Nicht Dein Plan entscheidet für die ersten Pflegeschritte, sondern die Laune der Mieze. Nie sollten Katzen aus dem Schlaf gerissen oder vom gerade erklommenen Aussichtsplatz geholt werden. Da gibt es schnell Kratzer auf der Menschenhaut und eher wütendes Fauchen als wohliges Schnurren. Jede Katze zeigt, wann sie Nähe wünscht. Sie kommt an, schmust, reibt sich an den Menschenbeinen, hat Blickkontakt, wirkt ganz entspannt. Das dann zur Streichel-Bürsten-Aktion erweitert werden kann. Es gibt bei Katzen aus schlechter Haltung, Tierheimkatzen oder ehemaligen Straßenkatzen aber oft eine dauerhafte Ablehnung der Bürste. Vielleicht hilft ein Bürstenhandschuh, sonst musst Du bei einem solchen Tier erst einmal über längere Zeit Grundvertrauen aufbauen und durch viel Zuwendung und Akzeptanz die Katze ganz für Dich gewinnen. Junge Katzen können gleich früh spielerisch an die Bürste gewöhnt werden und genießen die Streicheleinheiten mit der Katzenbürste meist problemlos.

Die richtige Bürste und ihr Einsatz

Damit die Katze die Fellpflege als Liebesbeweis genießen kann, muss die Bürste angenehm und weich sein. Es gibt spezielle Katzenbürsten*. Katzenkämme* müssen nur bei Katzen mit langem Fell und bei Parasitenbefall eingesetzt werden. Die Bürste muss angenehme Borsten oder Borsten mit Rundkappe haben, damit nichts ziept und kratzt. Kurzhaarkatzen sind unproblematisch einfach in Fellrichtung zu bürsten. Besonders wichtig sind Rücken und Nacken. Diese Körperzonen erreicht die Katze nicht bei der Eigenpflege.

Langhaarkatzen können gebürstet und gekämmt werden. Beim Kämmen lass den Schwanz bitte außen vor, sonst wird das schöne lange Fell beschädigt. Die Bürste reicht dort aus. Sehr langes Fell wird erst vorgebürstet, dann können dicke Strähnen vom Ansatz nach oben und anschließend glatt in Wuchsrichtung gebürstet werden. Gegen die häufigen Fellknötchen helfen Spezialbürsten für Langhaarmiezen. Bei diesen Katzen dauert die Pflege länger und sollte täglich stattfinden. Dabei sollten aber ca. 10 Minuten pro Bürstensitzung nicht überschritten werden. Wechselweise können bestimmte Fellbereiche bei jeder Sitzung abwechselnd besonders gepflegt werden. Hat sich die Katze mit der Bürste erst einmal angefreundet, wissen gerade die Langhaarkatzen die Fellpflege zu schätzen. Schon bald wird ein wohliges Schnurren ertönen. Nun genießt der Stubentiger dankbar die Zweisamkeit mit seinem Menschen und fühlt sich verwöhnt.

Weitere Tipps zur Fellpflege von Katzen

Mehrere Katzen – nur kein Neid beim Bürsten

Gerade, wenn Katzen oft allein sind, ist ein tierischer Spielgefährte zu empfehlen. In der Familie sucht sich gewöhnlich jede Katze ihren Lieblingsmenschen selbst aus. Der sollte sie auch bürsten. Bist Du mit zwei Katzen allein, muss vermieden werden, dass Stubentiger Nr. 2 eifersüchtig wird. Unproblematische Kurzhaarkatzen kannst einfach zu zweit abwechseln streicheln und bürsten. Sonst pflege am besten die Katzen direkt nacheinander, damit nicht eine denkt, sie bekommt weniger Bürstenstreicheln als die andere. Das Bürsten von mehreren Kurzhaarkatzen kann auch spielerisch auf dem Teppich stattfinden. Je besser sich die Katzen dabei fühlen, desto mehr festigt die Pflege die Beziehung zwischen Dir und den Katzen.

Die Katze und das Wasser

Zwar gibt es Katzen, die mit Vorliebe aus dem Wasserhahn trinken, doch ein Bad wird von keiner Katze wirklich gemocht. Babykatzen können sanft ans Wasser gewöhnt werden, indem man sie spielerisch an Schalen mit lauwarmem Wasser führt, mal eine Pfote hineintunkt, ein Spielzeug hineinlegt. Bei einer ausgewachsenen Katze, die gebadet hat, wird der Reinigungsversuch im Bad leider oft zu einer wilden Wasserschlacht mit viel Geschrei, Fauchen und so manchem tiefen Kratzer beim Menschen. Bei einer im Freien herumstreunenden Hauskatze wirst Du vielleicht manchmal nicht darum herumkommen. Kommt die Mieze von einer Baustelle oder ist im Matsch gelandet, hilft oft wirklich nur Wasser. Auch beim Parasitenbefall kann ein kleines Bad hilfreich sein. Ansonsten solltest Du lieber nur Bürsten statt waschen. Denn Wasser ist auch für die zahmste Stubenkatze kein Genuss.

Verklettetes, verklebtes Fell, dicke Haarknoten – was tun?

Perser, Angora & Co neigen dazu, dass sich bei mangelnder Fellpflege die Haare fest verknoten. Es können sich direkt über den Haarwurzeln dicke, harte Ballen bilden. Das kann leicht zu Entzündungen der Haut führen und bietet auch Parasiten Platz. Mit solchen Katzen hast Du es vielleicht zu tun, wenn Du eine Straßenkatze aufnimmst, oder ein Tier aus schlechter Haltung. So unschön der Gedanke ist, ist das Fell erstmal stark verknotet, hilft nur das Scheren. Überlass das bitte dem Tierarzt. Er wird die Fellschur vornehmen, ohne die Haut zu verletzen. Teilweise werden die Tiere dafür sogar in Narkose gelegt. Musste das Fell vollständig oder großflächig auf dem Rücken geschoren werden, sollte die Katze vorläufig im Haus bleiben. Weder niedrige Temperaturen, Regen noch Sonne tun ihr dann gut. Deine Katze kann einen Sonnenbrand bekommen oder sich schlimm erkälten. Das Fell wächst aber ziemlich schnell nach. Wenn Du dann die Katze regelmäßig gut pflegst und das Fell bürstet, bleibt die Behandlung meist einmalig. Wird das Tier dann mit gutem, eiweißhaltigen Futter versorgt, bekommt vielleicht noch Vitamine und Nahrungsergänzung zur Fellförderung, wächst nach dem Scheren ein dichtes, seidiges Unter- und Oberfell.

Katzenpflege macht Spaß

Hast Du Deine Katze geduldig und liebevoll an eine wohltuende Katzenbürste gewöhnt, wird die Fellpflege bald für Euch beide zur Entspannungsübung. Mit der schnurrenden Mieze auf dem Schoß oder neben Dir wirst Du diese Momente ebenso genießen, wie Deine Katze. Das Schmusen und Bürsten des weichen Fells lässt keinen Raum für Hektik. Nutze diese Zeiten mit Deiner Katze einfach, um mal für kurze Zeit vollständig abzuschalten. Bekanntlich machen glückliche Katzen auch ihre Menschen glücklich.



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