Skip to main content

Giardien – ein gefährlicher Parasit für immunschwache Katzen

Giardien sind Darmparasiten der Katze, die nur durch spezielle Tests nachgewiesen werden können. Akute Symptome zeigen zumeist alte Katzen, Jungtiere oder solche, die bereits durch einen anderen Infekt nachhaltig geschwächt sind.

Was Giardien genau sind

Giardien sind winzig kleine, nur mit dem Mikroskop erkennbare, einzellige Parasiten. Sie leben im Dünndarm und befallen verschiedene Arten von Wirbeltieren. Als so genannte Zoonose-Erreger können sie vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Ursprünglich stammen Giardien aus den warmen Mittelmeerländern Südeuropas und Nordafrikas. Der Katzen und Menschen befallende Typ heißt Giardia intestinalis.

Der Übertragungsweg von Giardien

Eingeschleppt wurden die Giardien sehr wahrscheinlich durch aus dem Urlaub mitgebrachte Katzen. Da sie sich rasend schnell ausbreiten können, gehören sie inzwischen mit zu den häufigsten Katzen-Parasiten. Die Übertragung erfolgt immer über den Kot und die spätere Aufnahme über den Mund. Infizierte Katzen scheiden Giardien-Zysten aus, dies sind eingekapselte und sehr resistente Formen des Parasiten. Diese Zysten werden von anderen Katzen durch das Beschnuppern von Kot oder auch über das Trinkwasser aufgenommen. Menschen stecken sich zumeist über das Reinigen der Katzentoilette an. Werden im Anschluss die Hände nicht ausreichend gewaschen und später unbewusst zum Mund geführt, können Giardien in den menschlichen Organismus eindringen.

Wie Giardien die Katze schädigen

Vorzugsweise lebt der Parasit im Dünndarm, bei Katzen kann er auch Teile des Dickdarms besiedeln. Über einen Saugnapf nistet er sich in der Darm-Schleimhaut ein, was diese nachhaltig schädigen kann. Als Folge verändert sich die Nährstoffaufnahme, die Katze kann daraufhin Mangelerscheinungen zeigen und schließlich deutlich abmagern. Die Giardien verursachen zudem eine chronische Entzündung des Darmes, als Folge dessen kann Durchfall auftreten und durch diesen verliert das Tier noch mehr Nährstoffe und Wasser.

Wie gefährlich sind Giardien?

Eine sonst gesunde, erwachsene Katze kann Giardien im Darm haben, ohne dass du etwas davon bemerkst. Der Parasit wächst sprunghaft an, wenn irgendeine andere Infektion oder Belastungen wie Stress das Immunsystem Deiner Katze zusätzlich schwächen. Besonders betroffen sind Katzen-Babys, Jungkatzen oder auch ältere Tiere.

Die Symptome einer Giardiose sind anhaltender Durchfall, mit auffällig heller Färbung, zudem riecht der Kot ungewöhnlich süß. Gelegentlich kommen Erbrechen und Fieber dazu, später Gewichtsverlust sowie Dehydration.
Hat Deine Katze über längere Zeit einen ungewöhnlichen Durchfall, der auf keine sonstige Behandlung anspricht, solltest du sie unbedingt auf eine Giardien-Infektion hin untersuchen lassen.

Nachweis der Giardien Infektion

Die Giardien-Untersuchung gehört normalerweise nicht zum Standart-Programm eines Parasiten-Check. Der Tierarzt kann mit einer, am besten über mehrere Tage hinweg gesammelten, Kot-Probe einen Schnelltest durchführen. Diese Tests sprechen auf einen bestimmten Abwehrstoff an. Der Körper bildet dieses Koproantigen nur bei einem akuten Befall mit Giardien aus. Ist der Test positiv, ist eine Infektion sehr wahrscheinlich. Nach der erfolgten Behandlung sollte der Test wiederholt werden.

Behandlung der Giardien

Herkömmliche Wurmkuren oder Spoton-Präparate bringen bei einer Giardiose leider überhaupt nichts. Nur drei Mittel kommen derzeit zur Auswahl und die musst du dir gesondert über den Tierarzt verschreiben lassen und besorgen.

  • Fenbendazol – gilt als die derzeit wirksamste Therapie bei einem Befall mit Giardien und für die Katze als am besten verträglich. Der Handelsname lautet Panacur und es gibt ihn flüssiger Form zum Eintröpfeln mit einer Pipette oder als Tablette. Als Richtwert gilt eine tägliche Dosis von 50 mg pro kg Körpergewicht, verabreicht über fünf Tage in Folge. Danach empfiehlt der Hersteller eine dreitätige Pause und die erneute Wiederholung der Gabe.
  • Metronidazol – ist ein Antibiotikum, das sich speziell zur Behandlung von anaeroben Bakterien und auch der ganz ähnlich lebenden Giardien eignet. Als Dosierungsempfehlung gelten 12,5-25 mg pro kg Körpergewicht zweimal täglich über fünf Tage hinweg verabreicht.
  • Carnidazol – ist ein sehr ähnliches Antibiotikum. Erhältlich ist es unter dem Namen Spartix.

Bei sehr starker Dehydratation der Katze solltest du begleitend Infusionen geben, damit der Feuchtigkeitshaushalt bald wieder ins Gleichgewicht kommen kann.

Außerdem empfiehlt sich eine kohlenhydratarme Diät. Giardien lieben Kohlenhydrate und vermehren sich in deren Abbauprodukten prächtig. Bitte verzichte in der Zeit der Therapie auch auf Milchprodukte, Leckerli und sonstige Schleckereien.

Hast du mehrere Katzen oder auch andere Wirbeltiere in Deinem Haushalt, solltest Du alle gleichzeitig behandeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Übertragung stattgefunden hat ist sehr groß und selbst wenn andere Tiere keine Symptome zeigen, könnte sich ein erfolgreich therapiertes Tier schnell erneut infizieren.

Hygiene ist wichtig!

Du solltest während der Behandlung alle Gegenstände, mit denen die Katze intensiv in Berührung kommt, immer wieder gut mit heißem Wasser und einem Desinfektionsmittel reinigen. Alles, was in der Waschmaschine gewaschen werden kann oder in den Geschirrspüler geht, lässt sich dort leicht reinigen. Versuche die Wasch- und Reinigungsgänge bei höchstmöglichen Temperaturen durchzuführen. Kratzbäume, Polstermöbel und dergleichen solltest Du regelmäßig mit der Desinfektionslösung besprühen.

Alternative Behandlung der Giardiose

Immer wieder wird von sensationellen Erfolgen des alternativen Heilmittels kolloidales Silber berichtet. Das ist ein natürliches Antibiotikum mit sehr breiten Einsatzmöglichkeiten. Die Mischungen sind fertig in Apotheken, die Homöopathika und naturheilkundliche Arzneien führen erhältlich. Die für Katzen geeigneten Konzentrationen liegen bei 30 und 50 PPM. Verabreicht wird 2-3 mal täglich ein Tropfen über 7 Tage hinweg und danach noch weitere 2-3 Tage ein Tropfen täglich.

Diese Therapie und Dosierungsempfehlungen gelten als unverbindliche Information. Im akuten Krankheitsfall solltest du die Therapie sowie Dosierung und Verabreichung von Heilmitteln immer mit Deinem Tierarzt oder Heilpraktiker besprechen.

Wir wünschen Dir und Deiner Katze viel Erfolg und baldige Genesung!

Wir freuen uns wie immer über Deine Kommentare und Anregungen! Wie bist Du die Giardien bei Deiner Katze los geworden? Oder seid ihr gerade in einer Therapie?
Möchtest Du dem Text noch irgendetwas hinzufügen? Dann lass es uns wissen!

Wie sehr gefällt Dir dieser Beitrag?
[Total: 0 Durchschnitt: 0]


Ähnliche Beiträge



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Beitrag? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *