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Deine Katze hechelt? 8 mögliche Ursachen

Wenn Deine Katze Dir die Zunge zeigt

Wir alle haben es vor Augen – ein wild hechelnder Hund kommt nach ausgiebigem Spiel auf die Halterin oder den Halter zugelaufen. Ein ganz normales Bild bei Hunden, doch auch Katzen hecheln in der einen oder anderen Situation. Hier fragt sich das „Katzenpersonal“ zunächst: ist das normal oder muss der Vierbeiner womöglich zum Tierarzt?

8 Ursachen in der Übersicht

Katzen haben, in der Regel, ein sehr dichtes Fellkleid in der sich die Wärme gut hält. Allerdings können Katzen nicht schwitzen und somit die Körpertemperatur ausgleichen. Um sich vor Überhitzung zu schützen, gibt der Mensch die überflüssige Körperwärme über den Schweiß an die Hautoberfläche ab, wo er mittels Verdunstungskälte die Temperatur im Körper reguliert. Diese Möglichkeit des Wärmeausgleichs besitzen Katzen nicht. Daher müssen sie einen anderen Weg finden, um entbehrliche Wärme loszuwerden und sich abzukühlen – sie hecheln. Im Regelfall findet der Luft- und Wärmeaustausch bei Katzen über die Nase statt. Wird jedoch zur Abkühlung mehr Luft benötigt, öffnet die Katze das Maul um eine größere Menge Luft austauschen zu können. Dabei verdunstet der Speichel in Mund und Rachenraum der Katze, wodurch auch hier der Effekt der Verdunstungskälte zum Tragen kommt und die Katze somit innerlich abkühlt.

Häufig tritt das Hecheln während oder nach dem Spielen auf. Dies hat einen einfachen Grund: Katzen sind zwar kleine Spielkinder die keine Situation auslassen einem Spielzeug oder einem anderen Gefährten hinterherzujagen, doch sind sie von der Ausdauer her nicht ganz oben in der Pyramide angesiedelt. Spielen strengt an – uns geht es schließlich nicht anders. Nach ausgiebigem Spiel benötigen Katzen deshalb schon mal den einen oder anderen Moment um ihr Körperklima wieder auf Normalstand zurückzufahren. Gib ihnen ruhig diese Zeit, denn wenn der Herzschlag und die Temperatur wieder heruntergefahren sind, ist Deine Katze wieder ganz die alte. Gerade kleine Kitten, die ihre Ausdauer vielleicht noch nicht richtig einschätzen können und besonders auch ältere Katzen zeigen nach vermehrtem laufen und auspowern diese ganz normale Reaktion.

Mit dem Sommer 2018 haben wir eine lange und ausdauernde Hitzeperiode hinter uns gebracht. Für Mensch und Tier bedeutete diese extreme Hitze Höchstarbeit, was die Regulierung der Körpertemperatur angeht. Besonders Katzen mit langem Fell, wie die Maine Coon oder Norwegische Waldkatze, leiden bei den hohen Temperaturen sehr, da die Wärme in dem dichten und langen Fell besonders gut gespeichert wird. Katzen reagieren hierbei normalerweise mit verringerter Bewegung und erhöhtem Trinkverhalten. Weiterhin suchen sie vermehrt schattige und kühle Plätze auf und vergrößernd die Körperfläche um der Hitze Herr zu werden. Reichen diese Maßnahmen nicht aus wird zudem auf das Hecheln zurückgegriffen, um die Verdunstungskälte in Gang zu bringen. Du kannst Deinen Katzen Gutes tun, indem Du ihnen kühle Räume, wie den Keller oder den Hausflur, zur Verfügung stellst und für ausreichende Trinkmöglichkeiten sorgst. Zur Not kann auch ein feuchtes Tuch auf die Katze gelegt werden, sofern sie dies als angenehm ansieht.

Katzen sind sehr sensible Lebewesen und verfallen äußerst schnell in Stress, wenn Situationen eintreten die sie nicht gewohnt sind oder ihren Rhythmus durcheinanderbringen. Dies kann zum Beispiel ein Umzug sein, oder wenn Du in den Urlaub fährst und Deine Katze alleine lässt oder gar bei Freunden oder der Familie unterbringst. Auch eine Autofahrt zum Tierarzt mit der damit verbundenen Beförderung in einer Transportbox und der verringerten Bewegungsfreiheit lösen schnell Stress bei den kleinen Samtpfoten aus. Zudem können, insbesondere bei Revierkämpfen mit anderen Katzen oder Streitereien bei Katzenpärchen innerhalb der Wohnung, Angst und Stress bei den Vierbeinern ausgelöst werden. Entdeckst Du bei Deiner Katze ein solches Verhalten während oder nach einer stressigen Situation, dann versuche diese in Zukunft möglichst zu vermeiden und für sie da zu sein und sie zu beruhigen. Stress und Angst äußern sich nämlich nicht nur durch äußerliche Erscheinungen wie hecheln, sondern können das Allgemeinempfinden Deiner Katze empfindlich stören oder sich im schlimmsten Fall auf die Herztätigkeit auswirken.

Wenn Katzen trächtig sind, zeigt das Hecheln oftmals die bevorstehende Geburt an. Auch während des Gebärens selbst hechelt das Muttertier – dies ist, mal wieder, vergleichbar mit uns Menschen, denn auch werdende Mütter hecheln bisweilen, um kurzzeitig den Druck zu reduzieren. Sowohl bei Katzen als auch Menschen stellt dies also keinen Grund zur Besorgnis dar. Auch ein teilweise noch Stunden nach der Geburt anhaltendes Hecheln der Katzenmutter, rührt von der extremen Anstrengung der Geburt her und ist ganz normal. Sollte dieser Zustand jedoch mehrere Tage nach der Niederkunft noch anhalten ist es sinnvoll, wenn Du einen Tierarzt um Rat bittest.

Die vorgenannten Situationen zeigen im Regelfall ein normales Verhalten Deiner Katze auf, sofern dieses nicht übermäßig lange anhält oder oft auftritt. Hecheln kann aber nicht nur zur Regulierung der Körpertemperatur dienen, sondern zeigt in manchen Fällen auch an, dass es Deiner Katze nicht gut geht. Hast Du Deine Katze über einen gewissen Zeitraum beobachtet und konntest keine vermehrte Anstrengung, Hitze oder Stress als Grund für das Hecheln ausfindig machen, so kann es auch als Symptom für eine ernsthafte Krankheit stehen. Hier ist in jedem Fall ein Tierarzt aufzusuchen und abzuklären was der Grund für das ominöse hecheln darstellt.

Teilweise wird mit übermäßigem hecheln die Herzkrankheit HCM (Hypertrophe Kardiomyopathie) in Verbindung gebracht. HCM ist ein erblich übertragener Herzfehler, der als Verdickung des Herzmuskels in Erscheinung tritt und überwiegend bei Rassekatzen vorkommt. HCM hat zur Folge, dass sich der Innenraum des Herzens verkleinert, wodurch weniger Blut in das Herz befördert werden kann. Dies hat zur Folge, dass das Katzenherz öfter schlagen muss, um die gleiche Menge Blut zu transportieren, was jedoch den Herzmuskel im Umkehrschluss überbelastet und anwachsen lässt. HCM ist leider nicht heilbar und kann durch Medikamentengabe lediglich hinausgezögert werden.

Leidet Deine Katze an schweren Atembeschwerden, kann auch eine Bauchfellentzündung Grund dafür sein. FIP (Feline Infektiöse Pritonitis) ist eine Viruserkrankung und tritt im Vergleich häufiger bei jungen Katzen auf. Leider ist FIP nicht heilbar und führt daher zwangsläufig zum Tod des geliebten Vierbeiners. Hecheln muss hierbei jedoch nicht immer auftreten, kann aber ein Anzeichen sein und bedarf in jedem Fall der Untersuchung durch einen Facharzt. Findet der Arzt heraus, dass Dein Liebling an FIP leidet, ist frühzeitig mit ihm zu besprechen wie weiter vorzugehen ist, denn Deine Katze sollte auf gar keinen Fall leiden müssen.

Fazit

Hecheln, welches nicht als normales Katzenverhalten auftritt, kann vielfältige Gründe haben. Vielleicht meinst Du es auch nur zu gut mit ihr und fütterst sie „zu ausreichend“ oder verwöhnst sie täglich mit Leckerlies, sodass das ein oder andere Gramm zu viel auf den Rippen sitzt. Es kann jedoch auch ein Symptom für eine Erkrankung sein, die sich gut behandeln lässt, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion.

Sollte Deine Katze ungewöhnlich häufig und ohne erkennbaren Grund hecheln, ist es sicherlich ratsam Deinen Tierarzt aufzusuchen. Im Regelfall stellt hecheln bei Katzen jedoch ein ganz normales und nicht gefährliches Verhalten dar und legt sich meist wieder von selbst. Du musst Dir also keine Sorgen um die Gesundheit und das Wohlergehen Deiner Samtpfote machen. Versuche, besonders an heißen Tagen, Deiner Katze Pausen zu gönnen und störe sie nicht, wenn sie sich an einem Rückzugsort versteckt hat – sie wird es Dir mit vielen Kuscheleinheiten und einem langen Leben danken.


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