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Was tun, wenn meine Katze alles anknabbert und leckt?

Was tun, wenn nichts vor der Katze sicher ist? Die Katze knabbert alles an. Beginnt Deine Katze an Stromkabeln oder Pflanzen zu knabbern, kann das sogar lebensgefährlich sein.

Warum knabbert die Katze an unverträglichen Dingen

Knabbert die Katze während der Schmusestunden an Deinen Fingern, ist das ein Zeichen von Zuneigung. Sie fühlt sich wohl. Deine Finger dienen als Ersatz für die Zitzen der Mutterkatze.
Katzenwelpen erkunden ihre Umgebung nicht nur mit der Nase. Neue, unbekannte Gegenstände werden angeknabbert. Pflanzen mit bitterem Geschmack werden ausgespuckt, da der Körper signalisiert: Bitter ist nicht gut. Ist Deine Katze erwachsen, weiß sie, was sie benötigt, um gesund zu bleiben. Sind die Instinkte unterdrückt, weil das „Futterwarnsystem“ gestört ist, beginnt die Katze aber auch unverträgliche Dinge anzuknabbern.

Ursachen für ein gestörtes Futterwarnsystem

1. Mangelerscheinungen

Sind im Futter nicht alle Nährstoffe in genügender Menge enthalten, wird Deine Katze versuchen, den Mangel auszugleichen. Enthält die Nahrung zu wenig Mineralstoffe, vor allem Kalzium, beginnt Deine Katze die Wand abzulecken. Teilweise wird sie Bröckchen aus der Mauer lösen und diese schlucken. Wird eine Katze vor allem mit Feuchtfutter ernährt, kann ein Salzmangel auftreten. Plötzlich bettelt sie um Chips. Enthält die Mineralstoffmischung zu wenig Salz, kann ein Mangel auch bei gebarften Katzen auftreten.

Für eine ausgewogene Ernährung benötigen Katzen Fette. Enthält das Futter zu wenig ungesättigte Fettsäuren, beginnt die Katze Torten oder Schokolade zu fressen. Der süße Geschmack dieser Nahrungsmittel ist nicht ausschlaggebend. Katzen besitzen keine Geschmacksrezeptoren für süß.
Deine Katze benötigt für eine gesunde Verdauung Ballaststoffe. Freigänger fressen den Darminhalt der Beutetiere, Knorpel und kleinere Knochen. Zusätzlich wird Gras gekaut, um den Magen zu reinigen und zusätzliche Ballaststoffe aufzunehmen. Wohnungskatzen benötigen für dieses Bedürfnis frisches Katzengras. Steht ihnen dieses nicht zu Verfügung, beginnen sie Pflanzen oder andere Fasern anzuknabbern.

2. Duftstoffe

Ist die Wand frisch gestrichen oder tapeziert, nimmt Dein Stubentiger Duftstoffe wahr, die ihn regelrecht high machen. Die Katze verhält sich ähnlich wie Menschen, die an Klebstoffen schnüffeln. Sie leckt an der Wand bis der Geruch nach einigen Tagen verschwunden ist.

3. Erkrankungen

Während des Zahnwechsels nagen Katzen an Holz, Möbeln oder Stoffen. Durch den Kauvorgang wird der Zahnwechsel beschleunigt, lockere Milchzähne fallen schneller aus. Treten später Zahnfleischentzündungen durch Zahnbeläge auf, versucht Deine Katze, ihre Zähne durch Nagen an Möbeln oder anderen Stoffen zu reinigen. Sind die Mandeln entzündet und geschwollen, nagt die Katze an harten Steinbröckchen, um den schmerzhaften Reiz im Hals zu verringern.

Leidet die Katze an einer Nierenschwäche oder Anämie, beginnt sie Mauerkanten anzufressen, um den Mineralstoffmangel auszugleichen. Bei Darmentzündungen oder Tumoren nagt die Katze ebenfalls an Mauerbröckchen oder Katzenstreu. Die Steinchen werden dann geschluckt, um dem Darm zu füllen.

4. Pica Syndrom

Bei dieser Essstörung knabbern die Katzen an unverdaulichen Dingen, wie Kleidung, Teppichfasern, Kunststoffteilen oder Holz. Die Ursachen des Pica Syndroms sind noch nicht vollständig geklärt. Häufig sind Perser-, Burma- und Siamkatzen betroffen. Das Zwangsverhalten wird teilweise von den Elterntieren erlernt. Tritt die Essstörung bereits in den ersten Lebensmonaten auf, dauert sie oft viele Jahre an. Als weitere Ursachen für das Pica Syndrom werden eine zu frühe Trennung von der Katzenmutter, Langeweile, zu wenig Ballaststoffe im Futter und chronischer Stress diskutiert.

5. Verhaltensstörungen

Werden Katzen in einer Umgebung mit wenig Abwechslung gehalten, können sie ein Overgrooming- Syndrom entwickeln. Sie beginnen an ihrem Fell und der Haut zu nagen. Vor allem im Flankenbereich brechen die Haare ab und fallen aus. Durch das ständige Putzen und Belecken treten Hautentzündungen auf.

Katzen sind Jagdtiere. Der regelmäßig gefüllte Futternapf macht sie nicht zu glücklichen Haustieren. Damit nicht durch Langeweile Verhaltensstörungen entstehen und die Katze beginnt, an allem zu nagen, muss sie beschäftigt werden. Futterbröckchen, die in einem mit Papier gefüllten Karton versteckt sind, beschäftigen den Zimmertiger für einige Zeit. Zusätzlich können Futterbälle oder Kongs verwendet werden. Abwechslungsreiches natürliches Spielzeug sorgt auch in der Zeit, in der der Halter abwesend ist, für genügend Unterhaltung.

Die paarweise Haltung von Katzen verhindert das Aufkommen von Langeweile.
Leben in einer Wohnung mehrere Katzen zusammen, kann durch Mobbing einzelner Tiere Stress ausgelöst werden. Besteht der Spannungszustand länger, wird der Stress chronisch. Die betroffene Katze entwickelt Verhaltensauffälligkeiten. Sie beginnt durch Nagen an unverdaulichen Gegenständen Stress abzubauen.

Welche Folgen hat das Nagen an unverdaulichen Gegenständen

Schluckt Deine Katze Katzenstreu oder unverdauliche Plastikteile, können kleinere Stücke die Magenschleimhaut reizen und zu chronischem Erbrechen führen. Rutschen die Teile in den Darmtrakt, kann ein Darmverschluss die Folge sein. Der Fremdkörper muss durch eine Operation entfernt werden.
Frisst Deine Katze klumpendes Katzenstreu, kann das Tonmaterial im Darm aufquellen. Eine verstärkte Gasbildung und ein Darmverschluss sind die Folge.

Frisst Deine Katze spitze Gegenstände, können diese die Speiseröhre, Magen und Darm verletzen. Futterbestandteile gelangen in die Bauchhöhle, eine Entzündung des Bauchfells (Peritonitis) entsteht.
Durch das ständige Kauen an harten Gegenständen werden die Zähne Deiner Katze beschädigt. Der Zahnschmelz nutzt sich ab, einige Zähne brechen durch die Belastung. Schmerzhafte Entzündungen im Mundbereich und Probleme bei der Futteraufnahme sind die Folge.

Was kannst Du tun, damit Deine Katze nicht an allem knabbert

Füttere nur hochwertiges Katzenfutter, das Deine Katze mit allen Nährstoffen versorgt. Frisches Katzengras ist eine gute Alternative zu Zimmerpflanzen und liefert Deiner Katze zusätzliche Ballaststoffe.
Eine gut strukturierte Wohnung mit Klettermöglichkeiten und Aussichtsplätzen sorgt für einen abwechslungsreichen Katzenalltag. Wenn möglich, sollten Katzen paarweise gehalten werden. Intelligenzspielzeug und Futtersuchspiele sorgen für Unterhaltung und Beschäftigung. Plane genügend Zeit ein, um mit Deiner Katze ausgedehnte Schmuse- und Spielstunden zu verbringen. Freiliegende Kabel immer mit einem Kabelschutz verdecken.

Deine Meinung ist uns wichtig!

Wie beschäftigst Du Deine Katze, damit sie nicht an allem nagt? Berichte uns in den Kommentaren!

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