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Lebererkrankungen bei Katzen – Was steckt dahinter?

Die Leber ist das größte Stoffwechselorgan der Katze. Viele lebensnotwendigen Funktionen werden von der Leber erfüllt. Damit bei einer Katze allerdings klinische Anzeichen einer Lebererkrankung auftreten, muss bereits drei Viertel der Leberzellen schon geschädigt sein. Die hierbei auftretenden Symptome können unterschiedlich ausgeprägt sein.

Die Leber ist maßgeblich für die biochemischen Funktionen im Körper Deiner Samtpfote verantwortlich.

Zu den Grundaufgaben der Leber gehören:

  • Schadstoffe ausscheiden
  • Entgiftung des Körpers
  • Hormonregulation und die Blutgerinnung
  • Verstoffwechselung von Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten, bestimmten Mineralstoffen und Vitaminen.

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Die Leber liegt fast komplett von den Rippen geschützt in der Bauchhöhle, weshalb sich eine Lebervergrößerung erst bei starker Größenzunahme ertasten lässt.

Wie Du die Symptome einer Lebererkrankung Deiner Katze erkennen kannst

Die Leber hat eine große Reservekapazität. Erst nach einem starken Verlust an Zellmasse machen sich erste Funktionsstörungen deutlich.

Die häufigsten Symptome anzeigen

  • Erbrechen
  • Teilnahmslosigkeit und Appetitverlust
  • Gewichtsverlust
  • Durchfall
  • Vermehrter Harnabsatz

Im weiteren späteren Verlauf, wenn eine hepatische Enzephalopathie aufgetreten ist (eingeschränkte Entgiftung des Körpers) können noch folgende Symptome auftreten:

  • Zittern
  • Anfälle
  • Verhaltensstörung
  • Übermäßiger Speichelfluss.

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Die Leber besitzt allerdings die Fähigkeit, sich wieder zu erholen, das erkrankte Gewebe also zu reparieren. Für Deine Katze ist deshalb eine entsprechende Therapie erforderlich. Beim ersten Verdacht solltest Du unverzüglich mit Deinem geliebten Haustier den Tierarzt aufsuchen. Doch wie kann der Tierarzt eine Lebererkrankung Deiner Katze feststellen? Dein Tierarzt tastet zuerst eine mögliche Organvergrößerung ab, prüft Augen und Haut Deiner Katze auf eine mögliche Gelbverfärbung, nimmt Blutwerte ab, fertigt ein Röntgenbild an und führt eine Ultraschalluntersuchung durch. Im weiteren Verlauf entnimmt er Deinem Haustier gegebenenfalls eine Leberbiopsie und führt einen Ammoniaktoleranztest durch.

Die Therapie

Zu Beginn der Therapie werden Deiner Katze meist Medikamente verabreicht und Du musst ihre Ernährung umstellen. Im späteren Verlauf kann auch ein chirurgischer Eingriff erforderlich werden, bei dem der erkrankte Leberteil entnommen wird. Gerade zu Beginn der Therapie ist eine Ernährungsumstellung mit passender Diätnahrung für Deine Katze äußerst wichtig. Bei dieser Diät wird die Leber mit ausreichend Nährstoffen und Energie versorgt. Dies unterstützt die eigene Regenerationsfähigkeit der Leber und optimiert die Stoffwechselleistung. Innerhalb dieser Diät wird auf einen nicht zu hohen Zink- und Kupfergehalt in der Ernährung geachtet. Ein Antioxidantienkomplex aus Vitamin C, E, Lutein und Taurin schützt die Körperzellen Deiner Katze vor Angriffen freier Radikale. Bei der Ernährung wird durch die Aufnahme von verdaulichen Proteinen sowie L-Carnitin die Leberfunktion reguliert.

Wichtig ist vor allem der Eiweißgehalt. Dieser muss sehr gut auf den Katzenkörper abgestimmt sein. Liegt ein zu hoher Eiweißgehalt vor, kann der Körper zu viel schädliches Ammoniak produzieren, ist er hingegen zu niedrig, dann baut der Katzenkörper eigenes Gewebe ab. Die optimale Eiweißversorgung und vor allem auch die Qualität des Eiweißes spielt für Deine erkrankte Katze eine große Rolle. Verfüttert werden sollten nur Eiweiße, die hauptsächlich im Dünndarm verdaut werden, beispielsweise Muskelfleisch. Schwer verdauliche Eiweißquellen sind zum Beispiel Innereien oder Sehnen. Günstig auf die Lebererkrankung hingegen wirkt sich ein hoher Arginingehalt im Futter aus. Arginin ist beispielsweise in Sojaprodukten oder Muskelfleisch enthalten. Bei der „Leber-Diät“ sind vor allem auch Getreideflocken, gekochter Reis und gekochte Nudeln sehr empfehlenswerte Nahrungsmittel. Bei entzündlichen Lebererkrankungen wirken sich auch die entzündungshemmenden Omega-3 Fettsäuren positiv auf Deine Katze aus. Eine vermehrte Aufnahme davon sollte deshalb durchgeführt werden. Omega-3 Fettsäuren sind vor allem in Fischölen und Leinöl enthalten. Zugeführt können diese Fettsäuren über beispielsweise Lachsölkapseln.

Während der Therapie musst Du Deine Samtpfote regelmäßig beim Tierarzt vorstellen, denn in einigen Fällen ist es erforderlich, die Leberdiät ein Leben lang durchzuführen. Teilweise ist aber auch eine Diät nur für einen Zeitraum von um die 6 Monate erforderlich. Damit die Leber durch die Futteraufnahme nicht zu stark belastet wird, solltest Du die Fütterung Deiner Katze auf mehrere Tagesportionen verteilen.

Katze Leberschaden

Wissenswertes über die Lebererkrankung Deiner Katze

Gerade übergewichtige Katzen sind teilweise von einer Leberlipidose betroffen. Kannst Du bereits einen Appetitverlust bei Deiner Katze feststellen, musst Du auf eine ausreichende Eiweißzufuhr achten, notfalls durch Zwangsernährung. Der Eiweißmangel führt bei Deiner Samtpfote zur Anhäufung von Fetten in der Leber. Unterstützend kann auch Carnithin eingesetzt werden. Carnithin trägt zur Gewichtsabnahme einer übergewichtigen Katze bei und kann die Anhäufung des gefährlichen Fettes vermindern oder sogar ganz verhindern. Als Empfehlung gilt dabei die Zufuhr von 250 bis 500mg Carnithin pro Katze und Tag. Zu einer positiven Wirkung haben aber auch schon Mengen zwischen 7 und 14mg pro kg Körpergewicht geführt.

Auf was ist zusätzlich noch zu achten?

In fortgeschrittenem Stadium der Erkrankung kann sich in der Bauchhöhle Deiner Katze Bauchwasser bilden. In diesem Fall musst Du die Natriumzufuhr dringend reduzieren. Du solltest bei der Wahl Deiner Futtermittel aufpassen und Lebensmittel wie Wurst oder Käse und weitere Leckereien unbedingt vermeiden. Auch eine erhöhte Kupferaufnahme ist schädlich für die Leber Deiner Samtpfote und auch bei Vitamin A musst Du auf den richtigen Tagesbedarf achten. Lebensmittel mit hohem Vitamin A Gehalt (z.B. Lebertran oder Leber) dürfen nur in geringen, bedarfsdeckenden Mengen verabreicht werden.

Eine hohe Bedeutung bei einer Erkrankung der Katzenleber spielt auch Vitamin K. Die Leber kann Vitamin K nur begrenzt speichern und muss daher regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden. Gerade bei chronischen Lebererkrankungen kommt es häufig zu einem Vitamin K Mangel. Bei Deiner lebererkrankten Katze sollte auch auf eine ausreichende Taurinzufuhr geachtet werden. Die Bildung von wichtiger Gallensäure wird über Taurin angeregt. Gallensäure ist wichtig für die Fettverdauung. Empfohlen wird für die Samtpfote eine Tagesration von 250-500mg.

Vorteilhaft auf die Leberkrankung auswirken kann sich auch der Einsatz von natürlichen Fasern, beispielsweise Pektin sowie Kohlenhydrate wie Lactulose. Kohlenhydrate und diese Fasern sollten den guten Darmbakterien im Dickdarm immer als Nahrung bereit stehen. Hierdurch wird das positive Wachstum guter Darmbakterien gefördert. Unverdaute Eiweißbestandteile werden durch das Bakterienwachstum zu bakteriellem Eiweiß umgebaut, welches dann über den Kot wieder ausgeschieden wird. Außerdem wird dadurch auch der Darmbrei etwas angesäuert, zudem wird auch das sich im Dickdarm natürlich bildende Ammoniak, welches die Leber extrem belastet, als Ammonium gebunden und ebenfalls über den Kot ausgeschieden. Die Aufnahme der Fasern solltest Du über eine Woche über langsam steigern. Die Darmflora Deiner Katze muss sich nämlich erst langsam an diese Fasern gewöhnen. Eine anfänglich zu hohe Dosierung kann zu weichem Kot bis hin zu starkem Durchfall führen. Die Fasern solltest Du immer unter das Futter Deiner Katze mischen.

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