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Teil 2: Deshalb bringt es nichts Deine Katze zu bestrafen!

Willkommen zum zweiten Teil unserer Reihe Deshalb bringt es nichts Deine Katze zu bestrafen!

Bilden eine Einheit: Zurechtweisung und Belohnung

Jene Maßnahmen werden jedoch nur dann erfolgreich verlaufen, wenn die Katze zeitnah eine positive Bestätigung erfährt. Schließlich steht diese Gattung innerhalb ihres Territoriums in der Regel an der Spitze der Nahrungskette, weshalb ihr die Notwendigkeit von Regeln und Verboten nur schwer näherzubringen ist. So steigt die Kooperationsbereitschaft der Tiere zumeist erheblich, wenn sie entlohnt bzw. bestochen werden. Wenn Deine Katze also mal wieder unaufgefordert auf der Computertastatur spazieren geht, wird sie ihre Entfernung erheblich schneller akzeptieren, wenn sie an ihrem neuen Bestimmungsort einen kleinen Snack oder etwas zum Spielen vorfindet. Darüber hinaus sollten im direkten Anschluss an diese Verhaltenskorrekturen immer lobende Worte und/oder Streicheleinheiten erfolgen, damit die Katze eine positive Emotion mit dem neu erlernten Verhalten assoziiert. In diesem Zusammenhang hat sich auch der gezielte Einsatz von Katzenminze sehr bewährt.

Geheimtipp Um Katzen zu solch alternativem Verhalten zu animieren, solltest Du die „Macht“ Deiner Hände nicht unterschätzen. Diese geben der Katze Futter und streicheln sie, was sie mit gewaltigem Vorsprung zu Deinen wichtigsten Körperteilen qualifiziert. So musst Du sie nur kurz am gewünschten Zielort des Tieres platzieren und womöglich leicht darauf tippen, um diesen interessanter zu gestalten.

Grundsätzlich gilt aber festzuhalten, dass diese Spezies mitunter sehr eigensinnig daherkommt und den Wünschen der Menschheit nicht immer zuträglich ist. Dass sich dadurch beim Besitzer schon mal ein gewisses Frustrationspotential aufbauen kann, steht außer Frage, sollte aber unter keinen Umständen dazu führen, die Katze körperlich zu züchtigen. Ganz zu schweigen davon, dass die Tiere über entsprechende Waffen verfügen, um zurückzuschlagen, lernen sie dadurch ausschließlich, dass sie sich zukünftig von Menschen fernhalten sollten. Als gerade noch akzeptable körperliche Konditionierungsmaßnahme hat sich der Einsatz von Wasserpistolen oder Sprühflaschen erwiesen. Ein kleiner Spritzer auf die Nase genügt, um der Katze zu signalisieren, dass ihre gegenwärtige Beschäftigung nicht in Deinem Interesse liegt. Diese Taktik überschneidet sich jedoch bereits teilweise damit, Katzen indirekt zurechtzuweisen.

Katze bestrafen?

Indirekte Strafen in der Katzenerziehung – Elegante Lösung oder kontraproduktiv?

Dabei macht man sich den natürlichen Fluchtinstinkt der Tiere in Gegenwart unkalkulierbarer Situationen zunutze: Erfolgt auf eine konkrete Aktion (aggressives Verhalten beim Streicheln, Möbel zum Schärfen der Krallen verwenden, allgemeines „Rowdytum“) der Katze ein unerwarteter Impuls (z. B. ein lautes Geräusch oder der Tisch, auf den sie springt, wird plötzlich leicht angehoben), wird sie sich zurückziehen und den weiteren Verlauf der Situation beobachten. Darüber hinaus wird sie annehmen, dass die negative Reaktion eine direkte Folge ihres Handelns war, was sie zukünftig erheblich vorsichtiger vorgehen lassen wird.

Ähnliche Erfolge kannst Du erzielen, wenn Du einmal laut in die Hände klatscht oder ein ungewöhnliches Geräusch produzierst. Der wichtigste Punkt, den Du bei der indirekten Bestrafung beachten musst, ist jedoch, dass Deine Katze den Impuls nicht auf Dein Eingreifen zurückverfolgen kann. Stattdessen soll der Eindruck entstehen, dass allein ihr Handeln der Auslöser war. So wirkungsvoll diese Erziehungsmethode auf den ersten Blick wirkt, hat sie dennoch eine Schwachstelle aufzuweisen: Der von Dir verursachte Effekt müsste jedesmal erfolgen, wenn die Katze ihre Aktion wiederholt, also auch, wenn Du schläfst oder bei der Arbeit bist. Daher ordnet sich die Methode der indirekten Bestrafung im eher suboptimalen Bereich ein.

Katze bestrafen?

In der Ruhe liegt die Kraft

Ein völlig anderes Problem ist vielen Katzenbesitzern nur zu gut bekannt: Wenn Du einmal einen kleinen Fehltritt hast durchgehen lassen, leitet sie daraus ein dauerhaftes Nutzungsrecht ab. So wird sie zukünftig voraussetzen, dass Du mitten in der Nacht aufstehst, um mit ihr zu spielen, wenn Du ihr diesen Gefallen einmal erwiesen hast. Ähnlich verhält es sich, wenn Du ihr mal etwas von deinem Mittagsmahl abgegeben hast. Darüber hinaus bestehen Freigänger auf ihre Streifzüge, selbst wenn sie sich noch immer von einer schweren Verletzung erholen und kaum auf den Beinen halten können.

Wenn der Katze ihr Wunsch nun versagt wird, kann es schon mal zu sehr Nerv tötenden Situationen kommen: So entdeckt sie jetzt, welchen Wert akustische Kommunikation haben kann. Gerade bei jungen Katzen kann sich in der Folge stundenlanges Wehklagen und Miauen ergeben. Alternativ dazu werden gerne Gegenstände angegriffen oder zerstört. Nachzugeben wäre in dieser Situation natürlich nur menschlich, aber auch taktisch ungeschickt: Die Katze würde sich schließlich ein weiteres Mal in ihrer Handlungsweise bestätigt sehen. So bleibt letzten Endes nur die Möglichkeit, den Störenfried zu ignorieren, was besonders während der Nachtruhe aber schon eine recht große Herausforderung darstellt. Falls Dir also mal danach ist, dem Drängen nachzugeben, solltest Du dies nie im direkten Anschluss tun. Beschäftige das Tier etwa 15 Minuten anderweitig, bevor Du den Wunsch erfüllst, um zu verhindern, dass es Dein Handeln als Folge seines Vorgehens registriert.

Moderne Katzenerziehung: Kommunikation ist der Schlüssel

In der Gesamtbetrachtung bleibt festzuhalten, dass viele der früheren Fehler in der Katzenerziehung inzwischen ausgerottet scheinen. So ist breiten Bevölkerungsschichten der Umstand bekannt, dass die Sauberkeitserziehung bei jungen Katzen keinesfalls das Vorgehen beinhalten darf, die Nasen der Tiere in fälschlich platzierte Fäkalien zu pressen. Darüber hinaus befinden sich die „Erziehungsmethoden“ der Gewaltanwendung und des spontanen Brüllanfalls glücklicherweise auf dem Rückzug. Denn bei genauerer Betrachtung sind die Unterschiede zwischen Mensch und Katze erheblich kleiner als sie scheinen: Wenn Du ihnen artgerecht mitteilst, welches Verhalten ihnen dauerhaft schaden würde, sind sie äußerst kooperationsbereit. So hast Du während dieser Lektüre hoffentlich ein paar nützliche Tipps erfahren, die Dir helfen werden, Deine Katze besser zu verstehen.

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