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Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen und ihre Gefahren

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist die am häufigsten hormonelle Erkrankung bei älteren Katzen. Die Ursache für diese Krankheit ist eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen. Diese spielen eine wichtige Rolle in der Aktivitätsregelung von Stoffwechselvorgängen. Bei Katzen mit einer Schilddrüsenüberfunktion sind die Stoffwechselvorgänge wesentlich beschleunigt, was sehr viel Energie benötigt und den Organismus auf lange Sicht stark belastet.

Bei Deiner Katze befindet sich die Schilddrüse unterhalb des Kehlkopfes und besteht aus zwei Schilddrüsenlappen, welche nicht miteinander verbunden sind. Im Normalfall lässt sich die Schilddrüse nicht ertasten.

Die Schilddrüse ist ein sogenanntes hormonbildendes Organ. Bei Bedarf werden die Hormone freigesetzt. Doch die Schilddrüse produziert nicht nur Schilddrüsenhormone. Die sogenannten C-Zellen produzieren das für den Kalziumstoffwechsel wichtige „Calcitonin“. Die Nebenschilddrüse (Parathyreoidea) befindet sich sehr nahe an der Schilddrüse bei Deiner Katze. Diese produziert das „Parathormon“, was ebenfalls sehr wichtig für den Kalziumstoffwechsel ist.

Krankheitsbild

Der Krankheitsverlauf ist nicht immer gleich, allerdings führt die Symptomatik unbehandelt letztendlich meist zum Tod des Tieres. Das Problematische an dieser Krankheit ist, dass es den Tieren am Anfang der Krankheit noch relativ gut geht, die erkrankten Katzen sind am Beginn sogar aktiver und lebensfreudiger. Doch mit dem Fortschreiten der Krankheit kommen mit der Zeit die typischen Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion. Die Katze scheint nun deutlich krank zu sein, hierbei ist jedoch die Futteraufnahme deutlich gestiegen.

Früher wurde die Diagnose erst im deutlich fortgeschrittenen Stadium festgestellt, heutzutage geschieht das zunehmend früher. Einerseits achten die Tierärzte vermehrt auf diese Erkrankung und das Krankheitsbild wird zunehmend vertrauter. Andererseits wird aber auch das Schilddrüsenhormon „Thyroxin“ bei einer routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung untersucht. So gibt es immer mehr Katzen, welche man ihre Schilddrüsenprobleme nicht einmal ansieht.

Je früher eine Schilddrüsenüberfunktion Deiner Katze erkannt wird, desto besser ist die Prognose, denn die gefürchteten Folgeerkrankungen sind noch nicht weit fortgeschritten. Dank der modernen Medizin ist eine Schilddrüsenüberfunktion, wenn sie frühzeitig erkannt wird und noch keine Folgeschäden eingetreten sind, gut behandelbar.

Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion

Eine Ursache dieser Krankheit ist bis heute nicht bekannt. Das erste Mal wurde eine klinisch diagnostizierte Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen in den 1980er Jahren in einer Publikation in Amerika beschrieben. Seitdem wird diese Erkrankung immer häufiger auf der ganzen Welt diagnostiziert. Dabei ist es aber noch unklar, ob die Anzahl der Krankheit zunahm oder ob die Krankheit nur übersehen wurde und die Todesursache die Folgeerkrankungen angesehen wurden. Hinzu kommt, dass diese Erkrankung ausschließlich bei älteren Katzen auftritt und man eine deutliche Zunahme der Lebenserwartung von Katzen verzeichnen hat. Das durchschnittliche Alter der Katzen, bei denen diese Krankheit festgestellt wurde, liegt bei 13 Jahren.

Bei rund 75 Prozent der Katzen sind beide Schilddrüsenlappen betroffen. Etliche Untersuchungen wurden durchgeführt, um einen Zusammenhang der Lebensumstände mit einer Schilddrüsenüberfunktion in Verbindung zu bringen. Hierbei standen die Fütterungen im Mittelpunkt der Untersuchungen, zumal ein vermehrtes Auftreten mit der Einführung der kommerziellen Katzennahrung zusammenfällt. So wurde die Erkrankung das erste Mal ungefähr 15 Jahre nach der Einführung von kommerzieller Katzennahrung beschrieben. Also bei einer Katzengeneration, welche erstmals vollständig mit kommerzieller Katzennahrung ernährt wurde. Allerdings wurden bei Sektionen schon viel früher eine Veränderung der Schilddrüsen festgestellt. Ob und inwiefern die Fütterung tatsächlich eine Rolle spielt, kann noch nicht abschließend beurteilt werden.

Einige Studien lassen vermuten, dass falsche Ernährung die Entwicklung einer Schilddrüsenüberfunktion bei Deiner Katze begünstigen kann. Dosennahrung und wenig Bewegung scheinen dies auch zu begünstigen.

Symptomatik

Die Schilddrüsenüberfunktion zählt mittlerweile als häufigste Erkrankung der Katze. Die Meisten aller Katzen sind bei der Feststellung über acht Jahre alt, das Durchschnittsalter liegt hierbei bei etwa 13 Jahren. Bei Katzen, welche unter vier Jahren sind, ist eine Schilddrüsenüberfunktion sehr selten. Eine Rassendisposition ist bislang nicht bekannt, allerdings sind Himalayakatzen und Siamkatzen scheinbar häufiger betroffen. Sowohl männliche als auch weibliche Katzen sind gleichermaßen betroffen.

Wie am Anfang erwähnt, geht es den Katzen am Anfang der Krankheit noch sehr gut, jedoch zeitgleich beginnen die gefürchteten Komplikationen, wie etwa Herzmuskelveränderungen und Bluthochdruck. Manche Symptome, wie der Gewichtsverlust und das ungepflegte Fell werden von den Besitzern meistens dem natürlichen Alterungsprozess zugeschrieben und als nicht beunruhigend empfunden. Zu den typischen Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion, welche auch vom Besitzer beobachtet werden können, zählen:

  • Gewichtsverlust bei meist gesteigerter Nahrungsaufnahme
  • Gesteigerter Appetit und Durst
  • Magen-Darm-Probleme
  • Gesteigerter Urinabsatz
  • Beschleunigte Herz- und Atemfrequenz
  • Schnelle Ermüdung und Atemprobleme
  • Ruhelosigkeit und Hyperaktivität
  • Verhaltensveränderung/hohe Aggressivität
  • Ungepflegtes Fell, gesteigertes Krallenwachstum
  • Starrer Blick, fehlende Mimik
  • Tastbare Umfangsvermehrung am Hals
  • Schluckbeschwerden und Husten (eher selten)
  • Aufsuchen kühler Flächen

In weniger als 15 Prozent der Fälle zeigt sich eine andere Symptomatik, hierbei waren die oben genannten Symptome eventuell mehrere Monate zuvor vorhanden. In solchen Fällen sind die Katzen schlapp, essen kaum und erscheinen deutlich krank, meistens liegt auch eine zweite schwerwiegende Erkrankung vor. In solchen Fällen ist eine Prognose deutlich schwerer zu stellen und hängt meist hauptsächlich von der zweiten Erkrankung ab.

Das klinische Bild einer Schilddrüsenüberfunktion kann sehr vielseitig sein, daher ist es ratsam, beim Vorliegen einer oder mehrerer der oben genannten Symptome Deiner Katze den Tierarzt aufzusuchen. Das gilt besonders bei älteren Katzen, die an chronischen Magen-Darm-Probleme, Herzerkrankungen, Diabetes Mellitus und Probleme mit der Leber leiden. In diesen Fällen kann eine Schilddrüsenüberfunktion hinter der eigentlichen Krankheitsursache stecken.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt mittels einer genauen Aufnahme der Krankheitsgeschichte sowie klinische und weiterführende Untersuchungen. Bei etwa 70 Prozent der Fälle kann bei der Untersuchung eine Umfangsvermehrung am Hals festgestellt werden. Bestätigt wird eine Verdachtsdiagnose meistens durch eine Blutuntersuchung beim Tierarzt.

Behandlungsmöglichkeiten

Sollte eine Schilddrüsenüberfunktion bei Deiner Katze diagnostiziert werden, dann gibt es diverse Möglichkeiten der Behandlung. Alle Möglichkeiten haben das Ziel die Schilddrüsenhormone wieder auf ein Normalmaß zu reduzieren.

Bei der Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion Deiner Katze gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten. Man kann einerseits versuchen die Schilddrüse zu entfernen, oder überschüssiges Gewebe wird mithilfe radioaktiven Jods zerstört. Andererseits kann man versuchen, eine Schilddrüsenüberfunktion mit Medikamenten zu unterdrücken.

Am Anfang sollte diese Krankheit bei Deiner Katze nur unterdrückt werden. So kann man feststellen, ob durch die Behandlung ein Nierenproblem entstehen kann, so kann man falls nötig gegensteuern.

Behandlung mit Medikamenten

Eine Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen lässt sich mit Medikamenten meist gut behandeln, sofern das Medikament zwei Mal täglich verabreicht wird. Die Medikamente sind in Deutschland auch relativ günstig und gut verträglich.

Nur sehr wenige Katzen zeigen leichte Nebenwirkungen, wie Erbrechen oder Durchfall, welche oft von allein wieder abklingen. Ernste Nebenwirkungen, wie Leberschädigungen, Blutarmut treten bei weniger als 5 Prozent aller behandelten Katzen auf und verschwinden, sobald das Medikament abgesetzt ist.

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Chirurgische Entfernung

Auch eine Entfernung der Schilddrüse ist möglich. Diese Behandlungsmöglichkeit ist bei jenen Katzen sinnvoll, die an einem bösartigen Schilddrüsentumor leiden. Allerdings nur, solange keine Metastasen vorhanden sind. Dieser Eingriff sollte ausschließlich bei spezialisierten tierärztlichen Kliniken erfolgen, danach sollte Deine Katze einige Zeit in der Klinik bleiben, denn das Narkoserisiko ist meistens sehr hoch und es können unterschiedliche Komplikationen auftreten. Müssen beide Schilddrüsenlappen entfernt werden, entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion, dementsprechend benötigt Deine Katze lebenslang Schilddrüsenhormone in Form von Tabletten.

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