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Wie gelingt die Handaufzucht von kleinen Kätzchen?

Katzenbabys aufziehen ohne Mutter – was musst Du beachten?

Du hast ein kleines Kätzchen gefunden, ohne Mutter und ganz alleine? Als erstes solltest Du Dich sofort auf die Suche machen, ob Du das Muttertier nicht doch irgendwo findest. Vielleicht ist die Katze gerade auf Jagd, um sich zu stärken? Vielleicht ist das kleine Kätzchen auch seinen Besitzern ausgebüchst und wird schon intensiv gesucht? In einigen Fällen hat man Erfolg und kann das kleine Kätzchen so schnell wieder in sein zu Hause bringen. Teilweise wird man aber auch nicht fündig und was dann?

Wenn die Kätzchen noch sehr klein sind, können sie noch kein klassisches Katzenfutter verdauen und sich noch nicht allein zurechtfinden. Sie brauchen intensive Pflege und Versorgung. Eine Handaufzucht ist die letzte mögliche Lösung, um das Leben des Kätzchens zu retten. Sollte es eine alternative Lösung geben, wie beispielsweise eine Amme, ist diese immer zu bevorzugen, denn als Menschen können wir eine Katzenmutter nicht ersetzen. Wenn eine Handaufzucht nicht vermeidbar ist, sollte möglichst ein Artgenosse mit anwesend sein, der dem Kätzchen von klein auf Katzenverhalten beibringt. Dazu gehört die Erziehung und Sozialisierung ebenso wie das Erlernen des Jagens.

Wer ein Kätzchen bei sich aufnimmt und es mit der Hand aufziehen möchte, sollte sich bewusst machen, dass das ein Fulltime-Job ist. Die kleinen Tiere sind noch hilflos und können alleine nicht überleben. Vor allem die Fütterungsintervalle sind bei jungen Kätzchen sehr eng, sie müssen alle zwei Stunden gefüttert werden, auch nachts. Wenn Du Dich auf diesen Aufwand einstellst, wirst Du aber auch dafür belohnt. Wenn das Kätzchen kräftiger wird, kannst Du mit ihm spielen und schmusen. Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist dann besonders intensiv.

Welche Gründe gibt es für die Handaufzucht?

  • Mutter verstößt ihre Kitten: Einige Katzen sind einfach nicht dafür gemacht Mütter zu sein. Das kann entweder an dem generellen Charakter der Katze liegen, oder aber auch durch eine schwere Geburt ausgelöst worden sein. Teilweise können Katzen, die das erste Mal Junge haben auch nichts mit den Kleinen anfangen und sind mit ihrer Mutterrolle überfordert.
  • Mutter hat keine Milch: Wenn das Muttertier keine oder nur sehr wenig Milch hat, kann sie ihre Kitten nicht versorgen. Das kann entweder an gesundheitlichen Problemen der Katze liegen, oder auch durch den Schock einer Operation wie dem Kaiserschnitt hervorgerufen werden. In diesem Fall sollte umgehend der Tierarzt konsultiert werden, gegebenenfalls gibt es noch eine Möglichkeit die Milchproduktion anzuregen.
  • Mutter verstirbt: Bei der Geburt kann es vorkommen, dass das Muttertier verstirbt und die Kitten hinterlässt. Aber auch nach der Geburt kann es passieren, dass das Muttertier durch einen Unfall oder ähnliches tödlich verunglückt.

Woher bekommt man Ersatzmilch zur Muttermilch?

Es ist sehr wichtig zu wissen, dass Katzen keine Kuhmilch vertragen. Vor allem junge Kätzchen können diese Milch nicht verwerten, was zu Durchfall, Erbrechen oder anderen Problemen führen kann. Deshalb sollten Besitzer, die ihre Kätzchen per Hand aufziehen, ganz die Finger von Kuhmilch lassen. Dennoch muss man das Kätzchen mit irgendwas füttern.

Eine Ersatzmilch zur Muttermilch bekommt man beim Tierarzt. Sollten die Kätzchen nachts oder am Wochenende auf die Welt kommen oder Dir zulaufen, kannst Du auch einen Notdienst kontaktieren. Der Tierarzt zeigt dann auch, wie Du Dein Kätzchen am besten füttern kannst. Je nachdem wie alt es ist, braucht es vielleicht eine Magensonde. Ansonsten reicht auch eine Nuckelflasche aus.

Tipp: In vielen Supermärkten werden Liebesperlen in kleinen Nuckelfläschchen verkauft. Wenn Du oben in den Sauger ein Loch hineinstichst, kannst Du damit Dein Kätzchen perfekt füttern. Die Öffnung darf nicht zu groß sein, denn sonst kann sich das Katzenbaby verschlucken. Ein zu kleines Loch erschwert das Trinken. Achte darauf, dass Du das Loch der Größe des Kätzchens anpasst.

Die Ersatzmilch wird in der Regel aus speziellem Milchpulver hergestellt. Die genaue Zubereitung steht auf der Verpackung. Meist muss sie mit heißem Wasser klumpenlos angerührt werden. Anschließend sollte die Milch durch ein feines Sieb gefiltert werden, damit wirklich gar keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Diese können nämlich starke Verdauungsprobleme auslösen.
Trinkfertig ist die Milch dann, wenn sie Körpertemperatur hat. Das kannst Du ganz einfach testen, indem Du Dir das Fläschchen an die Wange hältst. Ist es nicht zu warm und nicht zu kalt, ist die Temperatur perfekt.

Wie oft brauchen Kitten Futter?

Die Kätzchen brauchen regelmäßig ihre Milch. Sie werden sich dann auch bemerkbar machen. In den ersten beiden Wochen sollte das Fläschchen spätestens aller zwei Stunden gegeben werden. In der dritten Woche kann das Intervall auf drei Stunden erweitert werden. In der vierten Woche reichen oft Milchgaben alle vier Stunden aus. Ab der fünften Woche kannst Du damit beginnen, Dein Kätzchen an Nassfutter zu gewöhnen, alle sechs bis acht Stunden sollte es eine Mahlzeit geben, am besten immer abwechselnd Milch und Nassfutter.

In der sechsten und siebten Woche kann das Kätzchen in der Regel nur noch Nassfutter bekommen. Morgens, mittags und abends sollte es jeweils eine Ration geben. Das Fläschchen sollte nur noch bei dringendem Bedarf, zum Beispiel, wenn das Kätzchen nichts frisst, gegeben werden. Ab der achten Woche reicht Nassfutter morgens und abends aus.

Wichtig ist dabei, dass Du auf Dein Kätzchen achtest. Einige brauchen öfter oder für längere Zeit Milch. In diesem Fall sollte sie den Katzenbabys nicht verwehrt werden. Manche Kätzchen sind Spätzünder und brauchen eine Weile, um sich zu entwickeln. Vor allem Kätzchen, die in ihrer frühen Jugend unterernährt und -versorgt waren, etwa, weil die Mutterkatze verstorben ist und dies nicht gleich bemerkt wurde, müssen diese Unterversorgung oft noch lange Zeit später ausgleichen. Hier solltest Du auf Dein Bauchgefühl und Dein Kätzchen hören. Der Futterplan ist nur eine Empfehlung.

Massieren nicht vergessen

Nach der Mahlzeit brauchen Katzenbabys genau wie Menschenbabys Unterstützung bei der Verdauung. Deshalb solltest Du den Bauch des Kätzchens nach jeder Mahlzeit von vorne nach hinten massieren. Das würde eine Mutterkatze genauso machen, denn die Massage dieser Bereiche stimuliert den Urin- und den Kotabsatz und verhindert Verdauungsstörungen.
Wenn Du diese Tipps beachtest, wirst Du ein gesundes Kätzchen heranziehen, mit dem Du noch viel Spaß haben wirst.

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Du hast noch weitere Tipps und Tricks rund um das Thema Handaufzucht von Kätzchen? Dann schreib es uns in die Kommentare, wir sind gespannt.

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