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Hilfe! Meine Katze bettelt ständig am Tisch!

Katzen kann man (nicht) erziehen – was tun, wenn die Katze am Tisch bettelt?

Minerva hat die Lage im Griff

Minerva hat nicht nur einen traditionsreichen Namen – sie ist eine römische Göttin – sie hat auch die Lage stets im Griff. Immer. Wenn ihre Menschen am Küchentisch sitzen und essen, sitzt sie auf der Anrichte. Sie beobachtet jeden Bissen, der auf den Tellern liegt. Sie verfolgt jede Bewegung der Gabel mit den Augen.

Carola führt ein Stückchen Lachs mit Spargel zum Mund.

Minerva, deren hypnotischer Blick jetzt gerade nicht zum Erfolg geführt hat, maunzt.

Carola verdreht die Augen. „Sie bettelt schon wieder.“

Markus meint ärgerlich, die Katze müsse eben lernen, nicht zu betteln.

Carola kaut ihren Lachs.

Minerva starrt auf Carolas Teller, auf dem immer noch etwas Lachs liegt.

Sie springt auf den Tisch.

Carola legt die Hand auf den Teller.

Markus setzt Minerva auf den Boden und gibt ihr ein Stück von seinem Lachs. „Hier, aber hör jetzt auf.“

Minerva lässt sich gnädig herab, Markus’ Lachs zu fressen, reibt sich an seinem Bein, reibt sich an Carolas Bein, maunzt, kratzt mit den Pfoten am Tischtuch, springt noch ein weiteres Mal auf den Tisch und sahnt im Lauf des Essens ein Stück Toast mit Thunfisch, eine Frikadelle und ein halbes Ei ab.

Die Katze bettelt penetrant

Minerva bettelt. Und zwar ziemlich penetrant. Aber sie kann nichts dafür. Ihre Menschen, die können etwas dafür. Aber die Katze nicht. Die tut das, was ihr nützt und Erfolge beschert.
Ein verbreitetes Phänomen, auch wenn nicht alle Stubentiger so penetrant betteln wie Minerva. Nur: Was kann man dagegen tun? Wie kann man verhindern, dass die Katze das Betteln anfängt – oder wie kann man es ihr wieder abgewöhnen? Experten sagen, dass es deutlich einfacher ist, eine Katze an Unarten zu hindern, die sie noch gar nicht hat, als ihr welche abzugewöhnen. Und unsere Erfahrung sagt: Die Experten haben recht.

Katzenerziehung – mit Geduld und Konsequenz

Es ist nicht einfach, eine Katze zu erziehen – oder ist es vielleicht ganz unmöglich? Erziehen vielleicht eher die Stubentiger ihre Menschen? Zum Erziehen Deiner Katze braucht es eigentlich nur zwei Dinge: Geduld und Konsequenz. Doch das ist leichter gesagt als getan.
Katzen ticken anders als Menschen.

Wenn der Mensch nur ganz ausnahmsweise, weil heute Geburtstag ist oder ohnehin alles blöd, ein Sitzen auf dem Küchentisch erlaubt, ist für die Fellnase das Sitzen auf dem Küchentisch erlaubt. Mit ‚ausnahmsweise’ kann Dein Stubentiger nichts anfangen. Was einmal erlaubt war, ist erlaubt. Was einmal Erfolg gebracht hat, ist erfolgversprechend für immer.

Daher ist die erfolgversprechendste Erziehungsmethode, das, was Deine Katze später nicht dürfen soll, auch dem süßen kleinen Katzenbaby nicht zu erlauben.

Wichtig: Mache nie eine Ausnahme – Katzen kennen keine Ausnahmen!

Wie sage ich es der Katze?

Nur: Wie sage ich jetzt der Katze, dass etwas nicht erlaubt ist? Ihr einen Vortrag zu halten, bringt wenig bis gar nichts, die Katze versteht den Inhalt meines Redens nicht. Gewaltmethoden wie Schläge, Anschreien und Ähnliches stehen erst recht nicht zur Debatte. Wir haben eigentlich nur zwei Methoden zur Verfügung: ein deutliches ‚Nein’ und wegsetzen der Katze, oder Ignorieren.
Am besten wirkt die Kombination. Nehmen wir noch einmal den Fall Minerva auf.

Minerva darf auf der Anrichte sitzen, aber nicht auf dem Küchentisch. Auf keinen Fall darf sie mit ihrem aufdringlichen Verhalten einen Erfolg erzielen – der würde ihr Verhalten nur verstärken.
Solange Minerva nur auf der Anrichte sitzt und hypnotisch guckt, sollte ihr Verhalten einfach ignoriert werden. Wenn sie aber eine Grenze überschreitet – wichtig: diese Grenze sollte immer dieselbe sein – sollte Carola oder Markus mit einem deutlichen ‚Nein’ die Schnorrerin fassen und auf den Boden setzen, eventuell auch direkt aus der Küche und dann die Tür schließen. Geeignet wäre hier zum Beispiel das Springen auf den Küchentisch. Wenn also Minerva auf den Küchentisch springt, greift zum Beispiel Carola die Katze und setzt sie mit einem ‚Nein’ auf den Boden. Natürlich, ohne ihr irgendetwas Essbares zu geben.

Vermutlich wird Minerva dann vom Boden aus weiterbetteln. Dieses Betteln wird konsequent ignoriert, bis Minerva Ruhe gibt – oder wieder auf den Tisch springt. Dann wiederholt sich das Heruntersetzen. Mit ganz viel Geduld und noch mehr Konsequenz haben Carola und Markus eine Chance. Die Chance, wieder ein friedliches Zusammenleben zwischen Mensch und Katze zu ermöglichen

Die ganz harten Fälle

Vielleicht gehört Minerva auch zu den ganz harten Fällen. Sie weiß einfach, dass die Geschichte funktionieren wird. Irgendwann. Warum also sollte sie aufhören? Weil ihren Menschen das keinen Spaß macht? Haha. Katzen kann man nicht erziehen.

In einem solchen Fall hilft manchmal ein Kompromiss, den Familienfrieden zu erhalten. Zum Beispiel könnte er so aussehen: Vor dem Essen bekommt Minerva Futter, vielleicht sogar Lachs und Thunfischtoast, in ihrem Napf in einem anderen Zimmer. Auf dem Boden.
Carola und Markus schließen die Tür hinter sich und essen in Ruhe. Minervas Maunzen wird ignoriert.

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